Was in Lars vorging, erfuhr keiner; er ging seiner Arbeit nach und schwieg. Auch Trina wagte vor ihm kein Wort darüber. Aber sie ging jetzt manchmal zu Peter und Dora hinüber.

Dora jagte die vielen hellhaarigen, blauäugigen Kinder heraus, und dann setzten die drei sich an den Tisch, und es fielen zornig harte Worte über Kords und die andern Undankbaren. Und Peter fuhr sich mit der Hand durch die Haare und sann, wieviel wohl von ihrem Gelde zu retten und wieviel durch den Dampfer verloren sei.

Und dann kam endlich eine Verkaufsgelegenheit für den Dampfer. Gerade so, wie er sich für diese Bucht eignete, paßte er nicht anders wohin. Darum war es ein jämmerlich geringes Geld, das der Verkauf einbrachte. Und es ging ein Murren um zwischen den Fischern, das oft zu wildem Fluchen wuchs. Die einen tobten und schimpften über Lars und seine Pläne, die andern warfen es den unzufriedenen Hetzern vor, daß sie an allem Unglück schuld seien.

Aber Peter und alle die, welche zu Lars gehörten, waren jetzt still geworden; denn sie saßen in schweren Sorgen.

Es war nun nicht länger zu verbergen gewesen, daß Lars sein ganzes Erspartes in den Dampfer hinein gesteckt hatte. Schlimmer aber war noch, daß er sogar sein kleines Besitztum belastet hatte, um Geld für den Ankauf zu erheben. Nun fehlte nicht nur der Notpfennig für die schlechten Zeiten, sondern es galt noch Schulden abzuzahlen, denn die kleine Summe, die er vom Dampferverkauf erhalten hatte, deckte die Schuld nicht einmal ganz.

Da waren sie alle gedrückt und mutlos.

Nur Lars ging mit festen, schweren Tritten seiner Arbeit nach, und das ruhig starke Licht war in seinen Augen. Aber er arbeitete wieder so schwer, daß Trina ein paarmal weinend zu Mutter Stina kam in ihrer Not.

„Das kann ja gar kein Mensch aushalten, wie er das treibt. Wenn er nun noch krank wird, Mutter?“

Aber Mutter Stina hatte kein Trostwort für Trina. Sie hatte nun schon so viel erlebt. So viel auf und ab, so viel Sonne und schwarzen Schatten. Und sie hatte immer still halten müssen. Nun lag es wie herbe, schweigende Würde über dem runzeligen Gesicht. Und aus dem Schweigen konnte sie nicht mehr heraus.