Aber noch weiter zurück die hohe, schmale Gestalt im schwarzen Trauerkleid mit dem hellen Haar und dem blassen Gesicht sah immer nur mit weiten Augen auf den Sarg.

Und dann hoben sie ihn auf und trugen ihn hinaus.

Mutter Stina stand und sah ihnen nach. — Aber in dem weißen Nebel verschwammen bald die dunklen Gestalten.

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Karen ging allein über die Koppeln zurück. Um sie her wogte und webte es von kühlen, weißen Schleiern. Sehr nah und groß schimmerten die weiß übersponnenen Bäume am Wege, und der Weg ging tief hinein in das unergründliche Weiß. Manchmal kam ein kühler, streichender Atem. Dann hob sich der Nebel ein wenig, und man sah einen Augenblick die Bucht zwischen gespenstisch weißem Gewoge und hier und da ein dunkles Segel; denn das Wasser war wieder offen. Dann blieb Karen stehen und sah hinüber. Und immer wieder stieg es auf in ihr. „So ist das Leben. — Und wenn der Schleier wieder zugezogen ist, einen Blick habe ich doch hinein getan — dahinter aber ist das Meer.“ — Und dann ging sie wieder vorwärts mit ihrem jungen, festen Tritt.

Und auf einmal blieb sie stehen und sagte es in den Nebel hinein mit dem klaren, festen Blick geradeaus: „Peter hat recht: umsonst war das nicht, nein, alles, alles nicht. Ganz gewiß.“


Inhalt der Grote’schen Sammlung
von Werken zeitgenössischer Schriftsteller

Otto Glagau, Fritz Reuter und seine Dichtungen. Neue, umgearbeitete Auflage. Mit Illustrationen. Geb. 4 M.

Julius Wolff, Till Eulenspiegel redivivus. Ein Schelmenlied. Mit Illustrationen. Fünfundzwanzigstes Tausend. Geb. 4 M. 80 Pf.