Da weinte Mutter Lassen laut auf, und ihr heulendes Klagen schnitt in die Stille. Peter saß immer am Fenster, den Kopf sehr tief in die Hand gestützt. Er stand auf und nahm seine Mutter beim Arm. Ganz ruhig und fast sanft führte er sie, aber er machte die Tür auf und schob sie hinaus.
Sie blieb auch gehorsam in der Winternacht, bis das Weinen nachließ.
Peter setzte sich auf den alten Platz und stützte den Kopf wieder auf. — Es war, als könnten sie alle gar nicht mehr anders, als so still da sitzen und vor sich hinsehn.
An dem Tage, als der Sarg kam und Jakob Lind bei ihnen eingetreten war, saßen sie auch alle so. Als der Sarg aber geschlossen wurde, stand Mutter Stina auf. Sie ging ein wenig zitterig — und trat an den Sarg. Leise streichelte sie über das schwarze Holz. — „Leb’ wohl, Lars!“ sagte sie ganz leise, — da schluchzte es in der Ecke, wo Trina saß, einmal auf, als ob etwas zerbräche. Dann waren sie alle wieder still.
Aber als die Beerdigung kam, gingen sie schweigend herum und taten, was sie mußten. Nur wenn man mit ihnen davon sprechen wollte, dann sahen sie, wie aus der Ferne mit verständnislosem Blick die Leute an und gaben keine Antwort. Dora zuckten dann die Lippen dabei. Aber Peter kehrte sich um und ging fort.
Herr Asmussen war auch gekommen, und große, glänzende Tränen liefen ihm über die Backen. Er stand am Sarge und schüttelte immerfort mit dem Kopf. „So hoffnungsvoll — und alles umsonst — alles umsonst. — So ein Ende.“
Peter stand daneben. Da hob er den Kopf. „Nein, Herr Asmussen, das sollen Sie noch sehn. Umsonst soll das nicht gewesen sein.“
Hinter Jakob Lind stand seine kleine, runde Frau, und ihre Brust hob und senkte sich im leisen, hastigen Schluchzen. Jakob lief still Träne um Träne in den Bart.