Sie rieben ihn mit Branntwein und zwängten Branntwein zwischen die festgeschlossenen Lippen hinein. Und immer wieder versuchte es Peter mit den Atemübungen. Und dann legte er wieder den Kopf auf Lars’ Brust und horchte. Aber da blieb alles ganz still. Christen Matthies half immerfort, aber er sah noch trauriger aus als sonst, und die andern beiden wußten, was er dachte. Sie mühten sich lange, aber in die reglosen Züge kam nur noch stärker der Ausdruck ruhevollen Fernseins, und es war da keine Regung.

Dann war’s endlich, daß Peter sich aufrichtete und den andern ins Gesicht sah. Und seine Augen sahen hohl und dunkel aus. — Und dann zogen sie das andere Boot heran, und Christen und der andere stiegen hinüber.

Peter ruderte ein Stück voraus.

Wie urgewaltige Gletscherberge türmten die Wolkenmassen weißblendend ins Abendlicht hinauf. Eisig klares Scheinen schwamm über der Winterflut. Ein feierlich verhaltenes Abendlicht gab ihm seinen Glanz. Aber zwischen dem goldumrissenen Urgeschiebe am Himmel blitzten strahlende Lichtstraßen tief ins Abendgold hinein. Und das dunkle Boot glitt langsam dahin. Und fast wie in Ehrfurcht blieb das andere zurück. Und der schweigende Mann an den Riemen hatte die Lippen fest zusammengedrückt und sah in die Abendwolken hinein.

Vom Rick ging der alte, traurige Fischer voraus zu Mutter Stina, um es ihr zu sagen; denn ihr Haus lag nah.

Dann klangen die schweren, dumpfen Tritte der beiden andern durch den Garten. Mutter Stina machte die Tür auf und trat zur Seite. — Und dann trugen sie ihn in die Heimhütte unter das Strohdach und legten ihn auf Klaas Klaaßens Bett. Mutter Stina schob einen Stuhl her und setzte sich neben ihn und nahm seine Hand in ihre beiden alten Hände.

Nachher kamen die andern — Trina und Klaus und Dora und Mutter Lassen.

Der kleine Klaus stellte sich gleich zu Großmutter hin und legte seinen festen, starken Jungenarm um ihren Hals. So blieb er stehen.

Auch der Arzt kam späterhin, aber er sagte nur, daß es so sei.