Und wenn er oben stand auf der freien Koppel, und unten lag im glitzernd blauen Schein der breite, blanke Wasserspiegel, dann konnte er sich nicht lassen vor wilder Wonne und warf die Mütze hoch in die Luft.

Und wenn er dann drinnen in warmer Traulichkeit hockte mit stillen, glücklichen Augen, dann brachten es Großvater und Mutter nicht übers Herz, den Jungen heimzuschicken. Erst wenn mit weichen Händen die Dämmerung das große stille Land einzudecken begann und die Bäume und Waldklumpen scharf und mächtig in den hellen Abendhimmel ragten, dann begleitete Peter Lassen seinen Freund nach dem Flecken hinauf und schlenderte erst im Dunkeln wieder heim. Aber den Schularbeiten merkte man Lars’ Heimfahrten an.

Kapitel V

Ein langgliedriger, sehniger Junge von zwölf Jahren war Lars geworden. Aber die ernsten, sonderbaren Augen, die so aussahen wie das Meer, hatte er immer noch.

Die Uhr auf dem alten Hof daheim hatte vielemal getickt, und Lars wußte kaum, wie die Jahre hingerollt waren.

Viele, viele Fahrten ins Land hinaus zur alten Fischerhütte waren es gewesen und ein stilles Dulden der kleinen Miete und ihrer Liebe und ein leiser Widerstand und ein leises Mißtrauen gegen Onkel Gust und ein offener Krieg mit Tante Jette; und nun sollte wieder ein Neues kommen.

Einer von den geheimnisvollen Herbsttagen war es. Hinter weichen, wallenden Schleiern lag die Welt, und es ließ sich gut von ihr träumen. — Hinter den wunderlichen, ziehenden Gebilden mochte sich das Wunderland verbergen im goldenen Schein, oder war es eine finstere Öde?

Auf dem Schiff, das nach der Stadt fuhr, saß Lars ganz am Ende der Bank. Er saß ganz vorn im Schiff und hatte das Wasser dicht vor sich. Mit beiden Händen hielt er seine Reisetasche auf den Knien fest; und sein kleiner Koffer stand neben ihm.

Onkel Gust ging hierhin und dahin und fand überall gute Freunde und trank auch wohl einen Kognak, weil der Morgen frisch war.