Aber Lars sah in den Nebel und träumte.

Das Wasser lag da still und dunkel wie ein Spiegel, und alles Ding war in eine ernste Heimlichkeit getaucht. Auf einem Pfahl saß eine reglose Möve. Ihr weißes Bild spiegelte sich im schwarzen Grunde, und leise glitt das Schiff vorüber.

Braune Segel tauchten aus dem lichten Grau und glitten vorüber. Nun glänzte es auf von lichten Segeln, ein königliches Geschimmer, und die schwarze Tiefe leuchtete das Bild zurück, dann war der Schoner im Nebel verschwunden.

Aber lichter und lichter ward der weiche Schleier. — Nun bauschte er sich zu riesigen Gebilden, und dazwischen leuchtete es und gleißte auf der Flut, wie flüssiges Gold, und spann in Wunderfarben in den Lüften, wie Gewebe lichter Klarheit.

Und nun glitt es voneinander — und lachend leuchtete im blauen Äther blendende Sonne.

Da atmete der stille Junge lang und tief auf. Er hatte die Hände um die Reisetasche gekrampft, regungslos die Wunder geschaut. Ihm war es, als gleite so sein Leben durch graue Heimlichkeit hinein in goldene Zukunft. Die Tränen wollten kommen, aber er schluckte sie männlich hinunter. „Brav und treu“, hatte Großvater beim Abschied gesagt, und er hatte ihm die Hand darauf gegeben. Er würde jetzt auf sich selbst stehen, und er wollte ein Mann sein. Darum hatte er auch beim Abschied von der Mutter nicht geweint, und sie hatte ihm auch nur still mit der Hand über die kurzen blonden Haare gestrichen.

Alle Sonnabend sollte er zum Onkel nach Hause kommen, und jeden dritten Sonntag durfte er die Mutter besuchen. Da war es nicht so schlimm. Und er fuhr ja in das leuchtende Licht hinein. —

Aus bläulichem Dunst tauchten rings die Ufer. — Auf weiten Koppeln stand das rotleuchtende Vieh und blickte verwundert und gelassen in das erwachende Licht und genoß des warmen Scheins. Und bunte Herbstwälder ragten in die klare Luft und warfen breite, blaue Schatten auf das Land. Und aus stillen Strohdachhütten stiegen blaue Rauchsäulen ruhevoll nach oben.