Und Sonntag war dem Sonntag nachgerollt, keiner konnte sagen wohin. Stille Viertelstunden neben der blonden Miete waren verronnen und immer dringender werdende Gespräche mit Onkel Gust und seinem Freunde aus der Stadt.

Und stille Sonntage mit ernstem, breitem Tönen aus dem alten Harmonium und ernster, stockender Weisheit von Großvaters Lippen und dem alten, klatschenden Getön der jauchzenden, schluchzenden, lockenden, zürnenden Wellen.

Aus den schreienden, lachenden kleinen Quintanern waren langbeinige eifrige Quartaner und endlich große ernste Tertianer geworden, die in den Konfirmandenunterricht gingen.

Für Peter Lassen hatte sich das Leben verändert. Der große, starke Mensch hatte alles das, was das Vaterland ihm an Bildung mitzugeben gedachte, empfangen, und die Zeit der Arbeit schlug. Fischer Lassen fischte seit Jahren mit in des alten Klaas Klaaßens Boot. Für einen Dritten war weder Boot noch Fischgefährte da. So senkte denn Peter den Kopf, daß ihm keiner in die wachen Blauaugen sehen konnte, und ging aufs trockne Land als Ziegeleiarbeiter.

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Es war Ostermontag.

Die drei Freunde waren Palmarum eingesegnet worden. Sie gingen auf den gelben Kieswegen auf und ab, und der Frühlingswind wischte ihnen das Haar aus der Stirn. Es lag eine Feierlichkeit in den Falten ihrer schwarzen Anzüge, und eine Feierlichkeit saß auf den jungen Stirnen. Aber sie sprachen nicht viel über das, was tief im Herzen vor sich ging, diese nordischen Jungen. Sie gingen eine Weile still nebeneinander durch Onkel Gusts Garten in der weichen, warmen Frühlingssonne.

Jakob Lind blieb manchmal stehn und sah auf das Krokusbeet nieder. Die langen, feinen Blätter lüfteten sich von den Knospen und ließen vereinzelt die Sonnenstrahlen einen Blick in das farbentiefe Blüteninnere tun.

Jetzt blieb auch Hans stehn und schnitt mit dem Taschenmesser einen Kerb in die junge Buche. — „Weißt du, ich habe jetzt mit meinem Alten gesprochen, Lars, und er erlaubt es.“

„Was denn?“ fragte Lars wie aus der Ferne.