„Na, daß ich nach dem Reifezeugnis auf das Polytechnikum darf. Was soll unsereins denn mit dem ganzen gelehrten Kram. Vorwärts mit der Zeit und ihren Entdeckungen, den greifbaren, praktischen!“ Er schnitt einen großen Kerb in die Buche und sah sich dann triumphierend um. — „Und du Lars, hast du schon gesprochen?“
„Nein,“ sagte Lars und machte mit dem Fuß Zeichen in den Kies.
„Was will er denn sprechen?“ fragte Jakob.
„Na, doch natürlich, daß er auch aufs Polytechnikum möchte und Schiffe bauen. Aber du, alter Jakob du, hast noch mächtig dicht gehalten mit dem, was du werden willst, oder weißt du’s noch nicht?“
„Doch, und Lars weiß auch.“ Jakob sah fest vor sich hin.
„Na?“ fragte Hans.
„Theologie will er studieren,“ Lars scharrte noch im Sande. „Soo“ — sagte Hans. — Dann waren sie still und nahmen ihre Wanderung wieder auf.
Oben am Fenster erschien von Zeit zu Zeit die Rückseite von Aages rotem Kopf und gegenüber, mehr im Dämmern der Stube, das weiße Spitzenhäubchen von Tante Jette. Es wippte auf und nieder, und sie schienen eifrig zu reden. Tante Jette wollte ihnen allen einen Osterschmaus machen. Sie hatte es mit einer so großartigen Würde ausgesprochen, wie keine Königin zu ihrem Feste lud.
Jetzt klirrte das Fenster. Onkel Gust sah in den Garten: „Lars,“ rief er, „Lars!“ Der lange steife Junge machte ein paar große Sätze ins Haus hinein, und seine langen Beine nahmen immer gleich drei von den steilen Treppenstufen. Aber oben blieb er einen Augenblick auf der dunklen Treppe stehen, eh’ er die Klinke aufdrückte. Es hatte ihn auf einmal etwas überkommen, das ihn umwehte, wie ein großer Ernst.