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Das Boot sah finster aus in der feuchten Morgenluft. Die großen, braunen Segel sind heute fast schwarz von Nässe und stehen wie Fledermausflügel vor der grauen Luft und dem endlos grauen Wasser. Und es ist nur das leise klatschende Geräusch des Wassers, das die große Stille stört. Und dann, wenn die Arbeit beginnt, das gleichmäßige Platschen, wenn das Netz mit gemessenen Griffen ausgeworfen wird.
Lars ist bei der Arbeit, und er packt fest an mit zusammengezogenen Brauen. Und bei jedem Ruck denkt er, daß er die stolze Hoektochter straft und ihr zeigt, daß sie ihn nicht beleidigen konnte. Aber er hat ein paar große blaue Male im Gesicht und im Herzen den großen Schmerz um seine erste Liebe.
Peter sitzt an den Riemen und glotzt vor sich hin. Er kann es alles nicht verstehn. Sich selbst und Dora Nielsen und die ganze Welt. Aber am wenigsten versteht er, warum ihm jetzt, da sie ihm nicht mehr gehört, die frische Helle immer vor der Seele steht, als das einzig Sonnige im Leben.
Und Lars faßt in die großen, rauhen Haufen nassen Netzwerks und wirft sie hinaus, immer mit demselben gleichmäßigen Griff, und immer platscht das graue Wasser auf und die öde, graue Unendlichkeit liegt ringsum in tiefem Schweigen, und sie fühlen beide ganz deutlich, daß nun alles aus ist.
Kapitel XII
Ob die alte Uhr zu Hause im großen, weißen Bauernhof noch geht? Wenn das Wasser noch plätschert im Brunnen mitten auf dem Hof und die weißen Mauern schützen ihn noch nach drei Seiten vor dem harten Seewind, wie liebevolle Arme einer guten Mutter, dann muß auch die Uhr noch ticken, denn das gehört alles zueinander. Dann ist es viele tausend und abertausend Schritte so hingegangen „Ticke-Tack“ mit unerbittlichem Schreiten.
Lars ist darüber zum Mann geworden.
Mitten in das sachte Hinträumen in der vertrauten Gewohnheit war wie ein scharfer Ruck die Einberufung gekommen.