Als der Tanz zu Ende war, sah Lars, daß der große Bauernsohn nach der Tür ging. Da machte er ein paar lange Schritte hinter ihm her, und er war gar nicht mehr verlegen. Er sah auch nicht mehr so linkisch aus dabei. In der Tür sah er flüchtig nach Peter Lassen hinüber. Der hatte sein großes Glas mit festem Ruck zurückgestoßen und war in seiner ganzen Länge aufgestanden. Nun ging er mit Lars hinaus.

Was die zwei im dunklen Wirtsgarten mit dem jungen Bauernsohn und seinen Freunden vorgehabt hatten, erzählten sie nachher nicht. Aber als sie nach einer Viertelstunde wieder in den Saal kamen, zupften und rückten sie an ihren Sachen, und ihre Haare sahen sehr zerzaust aus. Sie zwinkerten ein wenig, als sie in die Tür traten, weil sie das helle Licht blendete. Staub und Tabaksqualm ließen sie die Dinge nicht deutlich erkennen. Aber der Platz am Tisch, wo Dora gesessen hatte, war leer, das konnten sie sehen. Da blickte Lars wieder auf Peter Lassen, und es wurde ihm ein wenig unbehaglich, wie er seine Augen sah. Die fuhren im Saal herum. — Da endlich — dort hinten wiegte sie sich im Tanze auf und ab, und gerade mit dem dicken Jens von der Ziegelei, den Peter nicht leiden konnte.

Peter lehnte sich an den Türpfosten, und sein Gesicht sah dunkel aus.

Jetzt war es ihm gelungen, ihren Blick aufzufangen. Seine Augen brannten, und er machte ihr ein herrisches Zeichen. Aber Dora wandte den Kopf nach der andern Seite und schwatzte lustig weiter mit dem dicken Jens.

Da stieg es dunkelrot bis in Peters Stirn, und die Adern schwollen an den Schläfen. — Zwei Tänze lang blieb er so regungslos am Türpfosten gelehnt. Die Aus- und Eingehenden stießen gegen ihn, aber er merkte es gar nicht. Lars blieb treulich neben ihm. Er wußte nicht recht, was er nun dabei zu tun hatte.

Aber als sie nach dem zweiten Tanz noch immer dort drüben im andern Winkel blieb, machte Peter ein paar lange Schritte durch den Saal. Er schien ganz ruhig, nur die Adern waren noch angeschwollen, und die Augen hatten ein sonderbares Glitzern, aber er war wirklich ganz ruhig. Er faßte Dora bei der Hand und sagte: „Komm jetzt.“

Sie warf wieder den Kopf zurück und lachte, aber sie ging doch mit. Mitten durch den Saal und zur Tür hinaus ging er und hielt sie immer an der Hand. Nun wußte Lars gar nicht mehr, was er tun sollte. Aber wenn Peter so aussah, stand es schlimm. Da ging er hinter ihm her. „Peter — laß doch!“ sagte er halblaut. Aber der hörte gar nicht hin und ging in den dunklen Garten hinaus.

Da packte er mit einem Male ihren Arm und schüttelte ihn. „Schäm’ dich! Schäm’ dich!“ sagte er immerfort.

Sie weinte laut auf vor Zorn. „Du solltest dich schämen! Weil ich ein armes Mädchen bin, willst du mir befehlen wie deiner Magd. Schäm’ du dich. Wenn ich kann, tu’ ich es gleich wieder so.“

Da hörte Lars einen klatschenden Ton in der Dunkelheit. Peter Lassen hatte seine Braut geschlagen. —