Es war zuerst fast wie eine Neugier gewesen. Mietes freundliches Wesen mit der ganzen schelmischen Fremdartigkeit hatte sie in ihm geweckt. Darum hatte er Onkel Gusts erstem drängenden Einladen nicht widerstanden bei all seinem widerspenstigen Trotz. Als aber ihre Nähe erst ein paarmal auf ihn gewirkt hatte, da war das heiße Blut, das bei dem langsamen Volke doch so wild aufsieden kann, zum erstenmal erwacht. Und Lars wollte kein Hindernis mehr sehen auf seinem Wege.

Aber wenn er allein war, konnte er nicht recht zur Ruhe kommen. Es stimmte nicht an irgend einer Ecke. Es war etwas, das nicht recht klingen wollte mit seinem Ton. Aber er mochte nicht darüber nachdenken, woher es kam. Das durfte es nicht sein, daß das blonde Mädchen über ihn herrschte gegen seinen Willen und ihn dort hinzog, wo er nicht sein wollte. Er hatte auch immer noch die fast großartige Herrscherart mit ihr. Aber gerade diese ungelenke Männlichkeit reizte sie, daß sie ihre Kraft darein setzte, ihn zu beugen. Und ihre feine, geheimnisvolle Art, die so anders war wie alles, was ihn sonst umgab mit kantiger Schlichtheit, nahm ihn immer mehr gefangen, daß er bei ihr das zu finden wähnte, was er von immerher suchte.

Und es kam dazu, daß Onkel Gust nun vorsichtig nach seinem neuen Plan zuwege ging und auch den andern, die zu Lars gehörten, mit gleicher Freundlichkeit begegnete.

Er hatte auch Peter Lassen in sein Haus eingeladen. Einmal hatte Peter sein gutes blaues Zeug angezogen mit dem kleinen steifen Vorhemd und war mit Lars hinaufgegangen.

Lars sah ihn manchmal von der Seite an. Laut und lustig pfiff er vor sich hin. — Peter pfiff immer falsch, aber laut. — Und die ganze Zeit saß etwas in seinen Augen, wie ein verschmitztes Lachen. Aber er sagte weiter nichts.

Peter Lassen war ein schöner Mensch, und die Mädchen sprachen viel mit ihm. Und er hatte eine Gelassenheit, und das Reden ging ihm viel leichter als Lars, daß er nichts Unbeholfenes hatte.

Aber wenn sie dort bei Onkel auch viel mit ihm sprachen, es war dabei etwas Wohlwollendes, als schenkten sie ihm etwas mit jedem Wort.

Und Tante Jette sah ihn überhaupt nicht an.

Lars meinte, Peter Lassen merke es gar nicht, weil er so freundlich blieb, aber wenn er ihn wieder mitnehmen wollte zu Onkel Gust, so hatte Peter immer zu tun.