Aber auf dem Heimwege grübelte Lars nicht mehr über das drängende Sehnen nach. Es war ein anderes Fühlen in ihm, das füllte sein ganzes Wesen wie eine heiße Freude. Manchmal sah er zornig vor sich hin. Was wollte das kleine, blonde Mädchen von ihm? Er wollte frei sein von ihr und ihrer Art, und er richtete sich grade auf.

Dann aber zog er wieder die Stirne kraus und sann: „Warum hat mich Trina Lassen so angesehn wie in bittrer Not?“ —

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Herr Asmussen war wieder in der Fischerhütte gewesen. Mutter Stina hatte ihm den besten Stuhl angeboten, und Großvater hatte sich feierlich an die andere Seite vom Tisch gesetzt und hatte ihm unverwandt ins Gesicht gesehn. Und beide schwiegen sie, Großvater und Mutter Stina. Aber Herrn Asmussens Stimme füllte den kleinen Raum mit tieftöniger Freundlichkeit.

Dann bückte sich Peter Lassens lange Gestalt zur Haustür herein. Es war nichts von Staunen in seinen Mienen über den Gast. Er stand da in seiner ganzen Länge, ein wenig lässig, mit der einen Hand am niedern Deckenbalken angestemmt, und wippte gemächlich beim Sprechen hin und her.

Und Herr Asmussen saß gut zurückgelehnt und holte die Stimme tief aus seinem Fett herauf und sprach herablassend und mit Wohlgefälligkeit. Und er wog die dicke Uhrkette vor der runden Weste mit der hohlen Hand und lächelte gütig zu Peter Lassen hinauf. Und wenn er Andeutungen machte auf eine Einladung zu Frau Henriette, dann war es, wie wenn einer mit Geld in der Tasche klimpert. Peter aber sah aus klugen, wachen Augen und nickte freundlich und wie in Freude.

Und Herr Asmussen erzählte wohlgefällig seiner Frau von den braven Fischerleuten. Und von dem frischen, aufgeweckten, jungen Menschen, den er mit seiner Freundlichkeit gewonnen hatte. Und dann breitete er mit Behagen seinen neuen Plan vor ihr aus. Nun würde er Lars ganz gewiß für die gute Sache zurückgewinnen, denn mit seiner Freundlichkeit wollte er auch Lars’ Freunde zugleich einfangen.

Aber Frau Henriette warf einen raschen Blick über die Schulter nach ihm, der sah aus wie Mitleid und Spott. Und in der Küche sagte sie zu Miete: „Laß ihm man sein Spielzeug, diesmal ist es ein ungefährliches.“

Aber Miete ging mit aufgehobenem Kleide am rußigen Herde vorbei. Und wie sie ins Feuer sah, war ein eigentümliches Blitzen in ihren Augen.

Und danach war Lars öfter bei Onkel Gust und Tante Jette. Wenn Mutter Stina sah, daß er sich auf den Weg machte, dann wandte sie rasch den Kopf nach ihm hin, aber sie sagte kein Wort. Und Großvater sagte auch nichts, er sah sich nicht einmal um. Und doch legte es sich über Lars wie ein Unbehagen, als hätten sie ihm einen Vorwurf gemacht. Und er war mürrisch mit ihnen.