Aber Lars rührte sich nicht.
Da streckte ihm Tante Jette die Hand hin. „Komm doch, Lars, das ist nett, daß du dich mal sehen läßt.“
Und Miete zupfte ihn am Ärmel. Da ging er mit.
Und als er im flackerigen Lampenschein stand, da war es, als sei die schwerfällige Widerspenstigkeit von ihm geglitten. Der selbstbewußt vornehme Anstand, der fest im innersten Wesen seines Volkes sitzt, war ihm zu Hilfe gekommen. Bald war er mitten im Erzählen von der Zeit in des Kaisers Rock, und keiner konnte ihm ansehn, wie die trotzigen Gedanken aufstiegen und das heimlich zarte Genießen überflutete, bis ein schelmisch heißer Blick seitwärts unter den weichen blonden Wimpern hervor ihn wie ein Schreck durchfuhr und das Blut wie in lustig hüpfendem Tanz durch die Adern jagte.
Es war zu der Zeit, wenn aus der nordischen Dämmerung fast Dunkelheit geworden ist. Ein wunderliches, geisterhaftes Scheinen liegt noch über den Dingen. Da stand er auf und sagte „Gute Nacht.“
Als er an der Haustür vorbeiging, trat das Dienstmädchen heraus, um Lampe und Gläser aus der Laube zu holen. Ein heller Schein fiel aus dem Hause, daß Lars einen Augenblick geblendet stand.
Da kam eine Stimme, wie ein Jubelruf: „Lars!“
Lars mußte sich besinnen. Ach richtig, Trina Lassen mußte das sein. Da stand sie im Dunkeln und hielt seine Hand, und er sprach ihr freundlich von Peter und von den Eltern und Geschwistern. Sie aber schwieg ganz still und hielt nur immer die große harte Hand.
Da trat Miete mit der Lampe aus der Laube. Es war nur einen Augenblick, daß das Lampenlicht über Trina hinglitt.