Und wie sie zusammen über die Koppeln wanderten, war die düfteschwere Dämmerung rings um sie her mit ihrem wunderlichen, grünschimmerigen Licht. Und Lars sah auf den hellen Kopf neben sich und sah die weichgeformte Backe, in der das Blut unter der zarten Haut zu wogen schien. Und von Zeit zu Zeit traf ihn ein lachender Blick von der Seite wie ein warmes Geheimnis. Sie redeten dies und das, und allmählich vergaß er alles andere über der schlanken, lichten Gestalt im grünlichen Schimmerlicht und der lachenden Stimme und den lachenden heimlichen Blicken. Leise wogte das junge Korn, und durch die unsägliche Stille fielen wie goldiges Rinnen sehnsüchtige Vogelstimmen.

Und auf einmal standen sie zusammen vor dem grauen Hause, und überall die Straße entlang aus den niedrigen Fenstern blinkte traulicher Lichtschein in die Dämmerung heraus.

Er fuhr fast zusammen, so erschrocken war er, und wußte durchaus nicht, wie es hatte geschehen können, daß er bis hierher mitgekommen war. Er griff aber eilig nach der Mütze und wollte fort.

Aber sie packte lachend seinen Ärmel. „Vater,“ rief sie, „Mama!“

Zwischen dem Blattgewirr der Laube spielten wunderliche Lichter und Schatten und malten große unheimliche Gebilde auf den Rasen. In der Laube saßen Onkel Gust und Tante Jette bei der Lampe.

Jetzt kamen sie.

Es mutete Lars sonderbar an, der altbekannte quietschende Ton der Gartentür. —

Miete hatte ihn immer noch beim Ärmel, aber er sah fast zornig auf sie und wie ein großes unbeholfenes gefangenes Wild.

„Sieh mal an, was Miete da eingefangen hat! Das ist mal recht, klein’ Deern!“ Und Onkel Gust klopfte ihm auf die Schulter, wie in alter Zeit, und als lägen die langen, harten Jahre nicht wie ein großes Wasser zwischen ihm und dem steifen, zornblickenden Fischer. „Komm nur, Tante macht uns noch einen kleinen Grog.“