Die Sonne stand noch tief und sandte blitzende Strahlenbündel aus den mächtigen Wolkentoren hervor über See und Land. Die riesigen, quellenden Wolkengebilde lagen im rötlichen Schein, und vom Lande, wo ein Schatten über die See fiel, war sie wie von blauen Schleiern überhangen.

Großvater saß am Fenster, das Kind im Arm, und sah auf Lars und Peter hin, die mit ihrem Boote nicht weit vom Ufer lagen.

Als Mutter Stina nach einer Weile zu den beiden in die Hinterstube sah, verwunderte sie sich, wie tief Großvaters Kinn auf das Kind heruntergesunken war. Da sah sie aufmerksam hin. —

Das sinnende Licht war in den alten Augen erloschen.

In der Morgensonne war Großvaters standhafte Seele über die See hinausgewandert in die große Ewigkeit hinein. —

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Als der Platz am Fenster leer war und der tiefe, sinnende Blick ihm nirgends mehr begegnete, da fühlte Lars doch ringsum eine große Öde. Es zog ihn wieder zu Jakob Lind hin. — Still und in sich gekehrt saß er dort manchmal, und die kleine Frau Lind wußte nicht recht, was sie mit ihm anfangen sollte.

Aber wenn er mit Jakob oder mit Karen allein war, dann sprach er ein wenig. Und er erzählte ihr von Großvater und seiner stillen Art. Wie er sich immer gleich blieb und seinen eigenen Weg ging, ohne zu wanken, ob es bergauf gegangen war oder bergab.

„Solche Leute sollten sie zu Führern haben, die Arbeitenden,“ sagte Lars und wurde eifriger dabei. „Solche Leute aus ihrer Mitte, die sie kennen und achten und die auf sicheren, festen Füßen stehen, Leute von den Ordentlichen, die sich schon bewährt haben. Sie müssen ja wohl hinter irgend jemand herlaufen. Jetzt führt sie der, der am lautesten schreit; aber hier zwischen unsern ruhigen Leuten müßte es anders sein.“