Inhalts-Verzeichnis.

Seite
Aus alten Mären [5]
Allerlei Könige [8]
Amphibien oder Lurche [13]
Kriechtiere (Reptilien oder Saurier) [18]
Alte Krokodilier [18]
Schlangen- oder Langhalsdrachen [22]
Fischdrachen [25]
Schreckdrachen [29]
Lindwürmer (Zanklodon und Greßlyosaurus) [31]
Iguanodonten [33]
Amerikanische Größen [36]
Diplodokus [41]
Panzer- und Horndrachen [43]
Afrikaner [46]
Buschklepper [52]
Maasechsen oder Seeschlangen [53]
Vogeleidechsen oder Flugdrachen [54]
Vögel [57]
Untergang der alten Herrscher und Aufstieg der neuen Klasse [57]
Ur- und Kreidevögel [58]
Befiederte Giganten [63]
Säugetiere [68]
Einiges über Ursprung und Entwicklung [68]
Wale [71]
Zahnarme (Riesenfaultiere und Riesenpanzertiere) [73]
Huftiere [79]
Rüsseltiere [89]

Bilder-Verzeichnis.

Seite

1.

[Schädel und Zahn vom Mastodonsaurus]

14

2.

[Andrias Scheuchzeri (Scheuchzers Riesensalamander)]

16

3.

[Belodon oder Neckarsaurier]

19

4.

[Gangeskrokodil]

20

5.

[Nothosaurus]

22

6.

[Skelett des Plesiosaurus]

23

7.

[Plesiosaurus, rekonstruiert]

24

8.

[Ichthyosaurus (Fischdrache)]

26

9.

[Skelett des Iguanodon]

34

10.

[Brontozoumfährte mit sogenannten versteinerten Regentropfen]

35

11.

[Brontosaurus]

38

12.

[Diplodokus]

40

13.

[Dach- oder Panzerdrache]

42

14.

[Dreihorndrache]

44

15.

[Schädel eines Wolfsauriers aus dem südafrikanischen Trias]

47

16.

[Dickschnäbelige Flugechse]

56

17.

[Urvogel von Eichstädt. Im Mineralogischen Museum in Berlin]

60

18.

[Hesperornis (Königsvogel)]

62

19.

[Brontornis und Hadrosaurus]

65

20.

[Walfisch der heutigen Zeit]

71

21.

[Lebendes Faultier]

74

22.

[Skelett des Riesenfaultiers]

75

23.

[Lebendes Gürteltier]

78

24.

[Ausgestorbenes Riesengürteltier]

79

25.

[Schädel des Dinozeras]

82

26.

[Irischer Riesenhirsch]

85

27.

[Skelett des Höhlenbären]

87

28.

[Schädel des Machairodus]

88

29.

[Dinotherium]

90

30.

[Mastodon]

91

31.

[Mammut]

93

32.

[Die Umgebung von Zürich in der Eiszeit]

95

Farbige Tafeln: [Juralandschaft] Seite 17, [Kreidelandschaft] Seite 49.

Aus alten Mären.

Es ist eine weitverbreitete Meinung, daß der Mensch in früheren Zeiten nicht nur viel gesünder und langlebiger, sondern auch viel größer und stärker gewesen und daß unser Geschlecht überhaupt in absteigender Linie begriffen sei. Zahllose Sagen berichten von Riesen und Riesenvölkern, im Vergleich zu denen wir allerdings nur als verkümmerte Zwerge, als Liliputaner erscheinen. Je weiter wir in der Geschichte zurückschreiten, desto gewaltiger, gottähnlicher ist die „Krone der Schöpfung“, und am gewaltigsten ist naturgemäß das Stammelternpaar. Nach arabischen Überlieferungen hat dasselbe die Größe von Dattelpalmen erreicht, und dessen Gräber, die unweit der Hafenstadt Dschidda am Roten Meere den „Gläubigen“ gezeigt werden, sollen tatsächlich auf gigantischen Wuchs schließen lassen. Zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts nahm sich ein französischer Gelehrter, Henrien, in verdienstlicher Weise die Mühe, hierüber eine wissenschaftliche Untersuchung anzustellen, und fand durch Berechnung, daß Adam 38,5 Meter und dessen schönere Hälfte 37 Meter gemessen habe. Dergleichen Titanen wurden aber in der Folge immer seltener und verschwanden bald gänzlich. Ajax, der „hervorragendste“ Griechenheld im Trojanischen Kriege (zwölftes Jahrhundert vor Christo), der alle um Haupt und Schultern überragte, erreichte bloß 10 Ellen (6 Meter) und der berühmte Goliath gar nur 6 Ellen und eine Hand. Immerhin wird berichtet, daß die alten Helvetier sowie die Zimbern und Teutonen zu Cäsars Zeiten immer noch durchweg 5 Meter hoch gewesen seien. Für den imposanten Wuchs der Zimbern zeugt das Skelett des Herzogs Teutoboch, eines Heerführers, der von dem römischen Feldherrn Marius Anno 101 vor Christo geschlagen wurde. Ein französischer Chirurg namens Mazurier wollte seinen Mitbürgern weismachen, daß er dessen „Grab“ gefunden habe. Dieses soll 9 Meter lang gewesen sein. Nach den Behauptungen des phantasievollen Wundarztes hatte das noch ziemlich gut erhaltene Skelett 7½ Meter (!) Länge, die Schulterbreite betrug 3 und der Durchmesser des Schädels 1½ Meter. Da kann es eigentlich nicht wundernehmen, wenn auch die Tierwelt mit allerlei Extravaganzen aufmarschierte. In allen Landen wimmelte es von scheußlichen Lindwürmern und Drachen, die zu bezwingen eine besonders rühmliche Aufgabe „preiswerter“ Helden und kühner Recken war. Nicht nur die Dichter von Heldengesängen, auch wir Schulkinder hielten die Drachentöter in besonderen Ehren, und heute noch lesen wir von den Taten eines Herkules, des hörnenen Siegfried und Struthans von Winkelried mit großem Vergnügen.