Einer der Studenten berichtete mir mit ernster Miene, sie hätten auch gehört, daß eine Schar entschlossener Patrioten sich zusammengetan habe, die rücksichtslos jedes Hindernis, das sich der Swadeschi-Bewegung entgegenstellte, aus dem Wege räumen wolle.
»Wenn auch nur einer unserer Landsleute diesen verwegenen Gesellen zum Opfer fällt,« sagte ich, »so bedeutet dies in der Tat eine Niederlage unseres Vaterlandes.«
»Das verstehen wir nicht, Maharadscha«, sagte ein Student der Geschichte.
Ich versuchte, ihnen meine Meinung zu erklären.
»Unser Vaterland«, sagte ich, »ist durch bloße Furcht bis an den Rand des Abgrunds gebracht, — Furcht vor den Göttern bis hinab zu der Furcht vor der Polizei; und wenn ihr nun im Namen der Freiheit ein anderes Schreckgespenst aufstellt, — wie ihr es auch nennen mögt —, wenn ihr, mit der Schwäche eures Vaterlandes rechnend, es durch offene Gewalt eurem Willen unterwerfen wollt, so kann keiner, der sein Vaterland wirklich liebt, auf eurer Seite sein.«
»Gibt es denn irgend ein Land,« fragte der Geschichtsstudent weiter, »das sich aus einem andern Grunde als aus Furcht seiner Regierung unterwirft?«
»Die Freiheit, die in einem Lande herrscht,« erwiderte ich, »kann man nach dem Grade bemessen, in dem die Furcht dort herrscht. Wo ihre Herrschaft sich auf die beschränkt, die rauben und plündern möchten, da kann die Regierung sich rühmen, den Menschen von der Gewalttätigkeit des Menschen befreit zu haben. Aber wo Furcht darüber wachen soll, wie die Menschen sich kleiden, wo sie Handel treiben und was sie essen, da hat man keine Achtung vor der Willensfreiheit des Menschen und zerstört die Menschheit an der Wurzel.«
»Übt man in andern Ländern nicht auch solchen Zwang auf den Einzelwillen?« fragte der Geschichtsstudent weiter.
»Wer leugnet dies?« rief ich aus. »Aber in allen diesen Ländern hat der Mensch erst seine Menschheit zerstören müssen, damit die Sklaverei gedeihen konnte.«