Seit der Zeit, wo mein Gatte auf der Universität studierte, hatte er versucht, dahin zu wirken, daß unser Volk die Dinge, die es brauchte, im eigenen Lande erzeugte. Es gibt in unserer Gegend sehr viele Dattelpalmen. Er versuchte, einen Apparat zu erfinden, womit der Saft aus den Früchten ausgepreßt und dann zu Zucker und Sirup verkocht würde. Man sagte mir, der Apparat funktioniere sehr gut, aber er preßte doch noch mehr Geld aus dem Unternehmer heraus als Saft aus den Datteln. Bald kam mein Gatte zu dem Schluß, daß unsre Versuche, unsre Industrie wieder zu beleben, keinen Erfolg haben konnten, solange wir keine eigene Bank hatten. Er versuchte damals, mich in die Volkswirtschaft einzuführen. Dies allein hätte nun zwar nicht viel geschadet, aber er hatte es sich in den Kopf gesetzt, auch seinen Landsleuten seine Ideen beizubringen und so den Weg für eine Bank zu bahnen; und dann eröffnete er auch tatsächlich ein kleines Bankgeschäft. Die hohen Zinsen jedoch, die bewirkten, daß die Dorfleute begeistert herbeiströmten, um ihr Geld hineinzutun, richteten bald die Bank gänzlich zugrunde.
Die alten Gutsverwalter waren bekümmert und ängstlich. Die Feinde triumphierten. Von der ganzen Familie blieb nur meines Gatten Großmutter gelassen und ruhig. Sie schalt mich, indem sie sagte: »Warum quält ihr ihn alle so? Kümmert ihr euch sonst um das Schicksal des Gutes? Wie oft habe ich schon erlebt, daß dies Gut dem Steuereinnehmer verpfändet wurde! Sind die Männer denn wie die Frauen? Die Männer sind geborene Verschwender und können nur Geld durchbringen. Sieh einmal, mein Kind, du solltest dich glücklich schätzen, daß dein Gatte nicht auch noch seine Gesundheit durchbringt!«
Die Liste derer, die von meinem Gatten unterstützt wurden, war sehr lang. Wer nur einen neuen Webstuhl oder eine neue Reisenthülsungsmaschine erfinden wollte, dem stand er bei bis zum gänzlichen Ruin. Aber was mich am meisten ärgerte, war die Art, wie Sandip Babu ihn ausbeutete, indem er seine Arbeit für die Swadeschi-Bewegung als Vorwand gebrauchte. Was es auch war, sei es nun, daß er eine Zeitung gründen oder eine Vortragsreise für die Sache unternehmen wollte, oder daß er nach Ansicht seines Arztes Luftveränderung brauchte, mein Gatte gab immer hin, ohne zu fragen. Und dies gewährte er Sandip Babu noch außer der festgesetzten Summe, die dieser regelmäßig für seinen Unterhalt von ihm erhielt. Das Merkwürdigste dabei war, daß mein Gatte und Sandip Babu in ihren Ansichten gar nicht übereinstimmten.
Sobald der Sturm der Swadeschi-Bewegung auch mir ins Blut gefahren war, sagte ich zu meinem Gatten: »Ich muß alle meine ausländischen Kleider verbrennen.«
»Warum willst du sie verbrennen?« sagte er. »Du brauchst sie ja nicht zu tragen, solange du nicht willst.«
»Solange ich nicht will! Mein ganzes Leben lang...«
»Gut, trage sie denn nicht mehr! Aber wozu gleich feierlich einen Scheiterhaufen errichten?«
»Wolltest du mich in meinem Entschluß hindern?«
»Was ich dir sagen möchte, ist dies: Warum wollt ihr nicht lieber versuchen aufzubauen? Ihr solltet auch nicht einmal den zehnten Teil eurer Kraft in diesem zerstörenden Haß vergeuden.«
»Dieser Haß wird uns die Kraft geben, aufzubauen.«