Wie und wo ich sie bekommen sollte, das waren untergeordnete Fragen, die zunächst nicht in Betracht kamen. Wie war es denn mit mir gewesen? War ich nicht in einem Augenblick aus meinem Nichts emporgehoben worden zu einer Höhe, die alles überragte? So wird auch alles auf meinen Wink und Ruf kommen. Ich werde sie mir verschaffen, auf jeden Fall verschaffen, — daran kann kein Zweifel sein.

In dieser Stimmung hatte ich Sandip neulich verlassen. Aber als ich dann um mich blickte, wo war er da, der Baum des Überflusses? Ach, warum verspottet und verhöhnt die Welt draußen unser Herz so?

Doch verschaffen muß ich es mir; wie, das gilt mir gleich, denn Sünde gibt es hier nicht. Sünde befleckt nur die Schwachen; ich mit meiner Schakti-Kraft stehe über ihr. Nur ein Gemeiner kann Diebstahl begehen, der König erobert und nimmt sich die Beute, die ihm zukommt ... Ich muß herausfinden, wo das Schatzamt ist, wer das Geld dorthin bringt und wer es bewacht.

Ich brachte die halbe Nacht auf der Außenveranda zu und spähte nach der Reihe der Geschäftsgebäude hinüber. Aber wie sollte ich die 50000 Rupien aus den Klauen jener Eisenriegel herausbekommen? Wenn ich durch irgendeinen Zauberspruch alle jene Wachen hätte tot zu Boden fallen lassen können, ich hätte nicht gezögert, — so erbarmungslos war mir zu Sinn!

Aber während eine ganze Räuberbande im wirbelnden Hirn seiner Rani einen Kriegstanz aufführte, lag das große Haus des Radscha in tiefstem Frieden da. Die Glocke des Wächters kündete eine Stunde nach der andern, und der Himmel sah still und gelassen auf mich herab.

Schließlich ließ ich Amulja rufen.

»Wir brauchen Geld für die nationale Sache«, sagte ich zu ihm. »Kannst du es nicht aus dem Schatzamt schaffen?«

»Warum nicht?« sagte er, sich in die Brust werfend.

Ach, hatte ich nicht auch gerade so »Warum nicht?« geantwortet, als Sandip mich fragte? Die Zuversicht des armen Burschen konnte mir nur wenig Hoffnung geben.