Sandip knirschte seine Antwort zwischen den Zähnen hervor. »Die Natur hat euch Frauen eine Menge Reize als Ausstattung mitgegeben, und darüber hinaus habt ihr noch die Hilfe der Putzmacherin und des Juweliers; aber glauben Sie nur nicht, daß wir Männer ganz ohne Waffen sind...«

»Sie täten besser, Ihr Buch noch einmal anzusehen, Sandip Babu. Sie bringen alles durcheinander. Das kommt davon, wenn man die Dinge auswendig lernt.«

»Sie!« stieß Sandip hervor, der nun alle Herrschaft über sich verlor. »Haben Sie ein Recht, mich zu beschimpfen? Sie, die ich bis in die kleinste Faser ihres Wesens kenne? Was...« Er konnte nicht weitersprechen.

Sandip, dieser gewaltige Zauberer, ist vollständig hilflos, sobald sein Zauber nicht wirken will. Von der Höhe seines stolzen Königtums war er plötzlich auf die Stufe eines rohen Bauern gesunken. O, die Freude, ihn so schwach zu sehen! Je beleidigender er in seiner Roheit wurde, je stärker wallte diese Freude in mir auf. Seine Schlangenwindungen, mit denen er mich umstrickte, versagen den Dienst, — ich bin frei. Ich bin gerettet, gerettet! Beleidige mich, beschimpfe mich, zeige dich in deiner wahren Gestalt; nur verschone mich mit deinen falschen Lobeshymnen!

In diesem Augenblick trat mein Gatte ein. Sandip hatte nicht die Elastizität, sich wie sonst in einem Nu zusammenzuraffen. Mein Gatte sah ihn eine Weile überrascht an. Wäre dies ein paar Tage früher gewesen, so hätte ich mich geschämt. Aber nun war es mir gerade recht, was auch mein Gatte denken mochte. Ich wollte meinem geschwächten Gegner den entscheidenden Schlag versetzen.

Als mein Gatte uns beide in befangenem Schweigen verharren sah, zögerte er erst ein wenig, dann setzte er sich. »Sandip,« sagte er, »ich suchte dich und hörte, daß du hier seiest.«

»Allerdings bin ich hier«, sagte Sandip mit Nachdruck. »Die Bienenkönigin ließ mich heute morgen rufen. Und ich, als ihr gehorsamer Arbeiter im Stock, ließ alles liegen und folgte ihrem Ruf.«

»Ich fahre morgen nach Kalkutta. Du wirst mich begleiten.«

»Und warum, wenn ich fragen darf? Gehöre ich zu deinem Gefolge?«