»Du hier?« fragte ich überrascht.

»Auf dem Lauscherposten«, erwiderte sie.

V

Als ich zurückkam, entschuldigte sich Sandip Babu. »Ich fürchte, ich habe Ihnen den Appetit verdorben«, sagte er besorgt.

Ich schämte mich sehr. Ich war wirklich unziemlich schnell mit meinem Essen fertig geworden. Man konnte mir leicht nachrechnen, daß ich in der Zeit nicht viel hatte essen können. Aber mir war nicht der Gedanke gekommen, daß jemand nachrechnen würde.

Ich hatte das Gefühl, daß Sandip Babu meine Beschämung merkte, was sie natürlich noch erhöhte. »Ich wußte wohl,« sagte er, »daß der Impuls des scheuen Wildes Sie von mir trieb, um so mehr weiß ich es zu würdigen, daß Sie Ihr Versprechen halten.«

Mir wollte keine passende Antwort einfallen, und so setzte ich mich errötend und voll Unbehagen auf das eine Ende des Sofas. Die Vision, die ich von mir selbst gehabt hatte, als die im Weibe verkörperte Gottheit, die durch ihre bloße Gegenwart Sandip Babu krönte, in stolzer Majestät, diese Vision war mir ganz entschwunden.

Sandip Babu begann absichtlich eine Diskussion mit meinem Gatten. Er wußte, daß sein scharfer Verstand in schlagfertigen Entgegnungen am besten zur Geltung kam. Ich habe seitdem oft beobachtet, daß er sich nie eine Gelegenheit zum Wortgefecht entgehen ließ, wenn ich zufällig dabei war.

Er kannte meines Gatten Ansichten über den Bande-Mataram-Kult und begann in herausforderndem Tone: »Also du gibst nicht zu, daß man bei der patriotischen Werbearbeit auch versuchen soll, auf die Phantasie zu wirken?«

»Man darf schon auf sie wirken, Sandip, aber ich halte nichts davon, wenn man alles damit machen will. Ich möchte mein Vaterland, so sehen, wie es in Wahrheit ist, und darum würde ich mich scheuen und es für unwürdig halten, mit hypnotisierenden patriotischen Reden zu arbeiten.«