Ich neigte mich tief und berührte ehrfurchtsvoll seine Füße. Er segnete mich und sagte: »Möge Gott Sie immer schützen, Mütterchen!«

Ach, ich hatte in jenem Augenblick solchen Segen so nötig.

Fußnoten:

[11] Kraft, Macht, insbesondere die magische Kraft eines Gottes; sodann personifiziert als weibliche Gottheit. Speziell als Name der Gemahlin Schivas, die auch Kali heißt. (Übers.)

[12] Ardschuna, der Hauptheld des Pāndustammes in dem großen Heldenepos Mahābhārata. Mahādēva, »der große Gott«, Beiname Vischnus, der in diesem Epos in menschlicher Gestalt auftritt, als Krischna, ein Vetter Ardschunas, dem er als Wagenlenker dient. (Übers.)

[13] Ein andrer Name der Gemahlin Schivas, die sonst Uma, Kali usw. heißt. (Übers.)

NIKHILS ERZÄHLUNG

I

Einst war ich so zuversichtlich in meinem Glauben, daß ich meinte, ich würde alles tragen können, was mein Gott mir auferlegte. Ich wurde nie auf die Probe gestellt. Jetzt, glaube ich, ist die Stunde gekommen.

Ich pflegte meine Seelenstärke zu prüfen, indem ich mir alle möglichen Übel, die mir zustoßen könnten, vorstellte — Armut, Kerker, Schande, Tod, — selbst den Tod Bimalas. Und wenn ich mir dann sagte, daß ich die Kraft haben würde, das alles mit Standhaftigkeit zu ertragen, so sagte ich sicher nicht zuviel. Nur eines war mir niemals in den Sinn gekommen, und das ist es, woran ich heute denke und wovon ich nicht weiß, ob ich es wirklich ertragen kann. Es ist, als ob ein Dorn mir irgendwo im Herzen sitzt und mich beständig sticht, während ich bei meiner täglichen Arbeit bin. Er scheint selbst weiterzustechen, wenn ich schlafe. Sobald ich morgens erwache, fühle ich, daß das Antlitz des Himmels seinen Glanz verloren hat. Was ist es? Was ist geschehen?