Vom Glanz meines eignen Nimbus geblendet, beschloß ich, meinem getreuen Priester diese Gabe zu gewähren. Ich vermeinte in meiner stolzen Überhebung, daß niemand mich in dem hindern könnte, was ich wirklich wollte. Als ich nach diesem Gespräch mit Sandip in mein Zimmer zurückkehrte, machte ich mein Haar los und band es wieder hoch. Miß Gilby hatte mir gezeigt, wie man es von hinten hochbürstet und in einem Knoten hochsteckt. Diese Frisur liebte mein Gatte ganz besonders. »Es ist schade,« sagte er einmal, »daß die Vorsehung einem armen Alltagsmenschen wie mir statt dem Dichter Kalidasa all die Wunder eines Frauennackens offenbart hat. Der Dichter würde ihn vielleicht mit einem Blumenstengel verglichen haben; aber ich empfinde ihn als eine Fackel, die die schwarze Flamme deines Haares hochhält.«
Und dabei — — — Aber warum, ach, warum muß ich an all das denken?
Ich ließ meinen Gatten rufen. Früher konnte ich hundert Vorwände jeder Art ersinnen, um ihn zu veranlassen, zu mir zu kommen. Jetzt, da alles das längst vorbei war, verstand ich diese Kunst nicht mehr.
Fußnoten:
[23] Der Fluch, der sie in Asche verwandelte, hatte verhängt, daß sie nicht anders ins Leben zurückgerufen werden könnten, als wenn der Ganges zu ihnen herabgebracht würde. (Anm. d. engl. Übers.)
[24] Dewali (eig. dīpāli »Reihe von Lampen«), Name verschiedener Götterfeste, die mit nächtlichen Illuminationen gefeiert werden. (Übers.)