»Aber wir sind auf Ihrem Markt gewesen, Maharadscha,« rief derselbe Student aus, »und haben gefunden, daß niemand dies Garn kauft.«

»Das ist weder meine Schuld, noch die meines Marktes. Es zeigt nur, daß nicht das ganze Land euer Gelübde abgelegt hat.«

»Es zeigt noch mehr«, nahm mein Lehrer das Wort. »Es zeigt, daß, was ihr euch gelobt habt, nur dazu dient, andre zu plagen. Denn andre, die das Gelübde nicht abgelegt haben, sollen erst alles für euch tun, damit ihr das eure halten könnt. Ihr braucht Händler, die das Garn kaufen, Weber, die es verarbeiten, und Kunden, denen es aufgenötigt wird. Und eure Methode? Ihr macht Lärm, und der Zemindar zwingt die Leute mit Gewalt. Und was kommt dabei heraus? Ihr wollt die Ehre davon haben, und die andern sollen die Opfer bringen.«

»Und dürfen wir uns erlauben, zu fragen, was für Opfer Sie gebracht haben?« fragte ein Naturwissenschaftler weiter.

»Wollt ihr das wissen?« rief mein Lehrer. »Nikhil selbst ist es, der das indische Garn aufkaufen muß; er mußte eine Webschule gründen, damit es gewebt wurde, und nach seinen bisherigen glänzenden Geschäftserfolgen ist zu erwarten, daß seine Baumwollenstoffe, wenn sie so weit sind, daß sie vom Webstuhl kommen, ihn ungefähr soviel kosten, als wenn sie von Gold wären; daher werden sie vielleicht nur als Vorhänge in seinem Gesellschaftszimmer Verwendung finden, obgleich sie auch für diesen Zweck eigentlich zu dünn und durchsichtig sind. Wenn ihr einmal eures Gelübdes überdrüssig seid, so werdet ihr es sein, die am lautesten über ihre künstlerische Wirkung lachen. Und wenn die Kunstfertigkeit ihres Gewebes je einmal richtig gewürdigt wird, so wird dies von Ausländern geschehen.«

Ich kenne meinen Lehrer, solange ich lebe, aber nie habe ich ihn so erregt gesehen. Ich konnte sehen, daß der Schmerz sich schon eine Zeitlang still in seinem Herzen angehäuft hatte, weil er mich so über alles liebt, und daß seine gewohnte Selbstbeherrschung schon lange heimlich untergraben war und er nur noch mit Mühe an sich hielt.

»Sie sind soviel älter als wir«, sagte ein Student der Medizin. »Es würde unziemlich sein, wollten wir mit Ihnen streiten. Aber, bitte, sagen Sie uns endgültig, sind Sie entschlossen, die fremden Waren nicht von Ihrem Markt zu entfernen?«

»Ich werde es nicht tun,« sagte ich, »weil sie nicht mir gehören.«

»Weil Sie dadurch Verluste erleiden würden«, lächelte der erste Sprecher.

»Weil der, der den Verlust haben würde, auch die Entscheidung haben muß«, erwiderte mein Lehrer.