Das kann nicht sein! Er verstand nicht —?
Rohini
Nein; er saß da wie eine Puppe, ohne ein einziges Wort zu äußern. Ich glaube, er wollte nicht zeigen, daß er nichts verstand, daher tat er den Mund nicht auf.
Sudarschana
Pfui über mich! Meine Schamlosigkeit ist gerecht bestraft worden. Warum hast du meine Blumen nicht zurückgebracht?
Rohini
Wie konnte ich? Der König von Kantschi, ein sehr gewitzigter Mann, der neben ihm saß, begriff alles mit einem Blick, und er lächelte nur eben ein bißchen und sagte: „Majestät, die Königin Sudarschana sendet Euch ihre Grüße mit diesen Blumen — mit Blumen, die dem Gott der Liebe gehören, dem Freund des Frühlings!” Der König schien mit einem Male aufzuwachen und sagte: „Das ist die Krone all meiner Königsherrlichkeit heute Nacht.” Ich wandte mich, ganz außer Fassung, zum Gehen, als der König von Kantschi dem König dieses Juwelenhalsband abnahm und zu mir sagte: „Freundin, dies Königsgeschmeide will zu dir, zum Dank für das frohe Glück, das du gebracht hast.”
Sudarschana
Wie, Kantschi mußte dem König all das begreiflich machen! Weh mir, dies nächtliche Fest hat die Tore der Schmach und Schande weit vor mir geöffnet. Was andres konnte ich erwarten? Verlaß mich, Rohini; ich muß eine Weile allein sein. (Rohini geht ab.) Ein furchtbarer Schlag hat all meinen Stolz zu Staub zerschlagen, und doch ... ich kann diese schöne, bezaubernde Gestalt nicht aus dem Gedächtnis löschen! Kein Stolz ist mir geblieben ... ich bin geschlagen, vernichtet, gänzlich hilflos ... ich kann nicht einmal die Augen von ihm abwenden. Oh, wie mir wieder und wieder der Wunsch kommt, Rohini um diese Kette zu bitten! Aber was würde sie denken! Rohini!
Rohini kommt.