Ich kann mir vorstellen, wie gerade an einem so wolkigen Tage der junge Königssohn auf grauem Roß allein durch die Wüste reitet, auf der Suche nach der Prinzessin, die im Palast des Riesen über dem unbekannten Wasser gefangen liegt.
Wenn der Regennebel herunterrieselt am fernen Himmel und der Blitz aufzuckt wie ein plötzlicher Schmerz, denkt er da seiner unglücklichen Mutter, wie sie, vom König verstoßen, den Kuhstall fegt und ihre Augen wischt, während er durch die Wüste Tepāntar reitet, wie das Märchen erzählt?
Sieh', Mutter, es ist beinahe dunkel, ehe noch der Tag vorüber ist, und es gehn keine Wandrer drüben auf der Dorfstraße.
Der Hirtenknab' ist frühe heimgekommen von der Weide und die Menschen haben ihre Felder verlassen, um auf Matten zu sitzen unter der Dachtraufe ihrer Hütten, nach den dräuenden Wolken spähend.
Mutter, ich habe alle meine Bücher in dem Spinde gelassen – heiße mich nicht, jetzt meine Aufgaben machen.
Wenn ich aufwachse und groß wie mein Vater bin, werde ich alles lernen, was gelernt werden muß. Aber nur heute gerade, erzähle mir, Mutter, wo die Wüste von Tepāntar ist, von der das Märchen erzählt.
DER REGENTAG
Tückische Wolken ballen sich rasch über der schwarzen Franse des Waldes.