[55]: Indischer Flachs (englisch jute, bengali jūto »die Haarflechte«; corchorus olitorius). Die Faser wird zur Erzeugung von Matten und groben Sackleinen, Jute, verwendet.
[56]: Rāmachandra. Das Wort chandra wird oft an Namen angefügt, um die Schönheit auszudrücken. Der Retter der Welt, der triumphierende Dämonentöter, der rührendste Dulder, in den sich Vishnu bei seiner siebenten Herabkunft verwandelte. Rāmas vierzehnjährige Verbannung mit seiner Gattin Sitā wird im zweiten und dritten Gesange des Rāmāyana geschildert.
[71]: Ganesh (Sanskrit Ganeça »der Anführer des Gefolges« Shivas, als dessen Sohn er gilt). Er wird oft mit seinem Bruder, dem Kriegsgott Skanda verehrt. Er ist der Entferner von Hindernissen, die Verkörperung allen Erfolges. Indische Handschriften pflegen mit einer an ihn sich richtenden Verehrungsformel zu beginnen, damit er den hindernden Einfluß böser Dämonen vom Schreiben abwehre: so ist der Schein entstanden, als sei Ganesha eigentlich ein Gott der Wissenschaft. Sein in Indien unendlich verbreitetes Bild zeigt ihn mit einem Elefantenkopf, oft auf einer Ratte reitend.
[75]: Madar (sanskrit mandāra; erythrina indica), Dadapbaum, als Stütze in Pfeffer-, als Schattenbaum in Kaffeeplantagen verwendet. Mit meist scharlachroten Blütentrauben, zur Gattung der Korallenbäume gehörig.
[83]: Palankin Tragsänfte.
[89]: Puja (sanskrit) bedeutet Verehrung überhaupt. Als Fest ist das Durgāpūjā oder Navarātra gemeint, die »Neun Nächte«, beginnt am ersten und endet am zehnten Tag der lichten Hälfte von Āṡvina (September-Oktober). Es wird namentlich in Bengal gefeiert als Erinnerung an den Sieg von Durgā, Shivas Frau, über einen büffelköpfigen Dämon. Ihr Bild wird mit zehn bewaffneten Armen dargestellt, ihr rechter Fuß auf einem Löwen ruhend, ihr linker auf dem Büffeldämon. Nach neuntägiger Verehrung wird dieses Götzenbild am zehnten Tage ins Wasser gestürzt.
Näheres vgl. Monier-Williams, Brāmanism and Hindūism or Religious Thought and Life in India. London, 1891.
Die Gedichte [2], [3] und [9] sind mit den Gedichten 60–62 der Sammlung »Gitanjali« identisch.
Es scheint mir wichtig, zu betonen, daß die englische, von Tagore selbst geschaffene Form als die beste europäische Mittlerin seiner Gedanken und Gefühle zu gelten hat. Selbst die Kunst eines Rückert könnte uns die Umdichtung aus dem bengalischen Urtext nicht so nahebringen, wie eine möglichste Nachbildung der englischen Umdichtung uns rühren kann.