[20]: Feigenbaum (englisch banyan tree, sanskrit vaṭa; ficus indica). Die Luftwurzeln der Äste greifen in den Boden ein und werden zu neuen Stämmen. So wächst der Baum nach allen Seiten hin durch Jahrtausende und bildet einen Wald, der Tausende von Menschen aufnimmt. Er ist der Zeit, Kāla, heilig und gilt als Sinnbild der Unsterblichkeit. Beim Pflanzen des Baumes wird gewöhnlich das Gebet gesprochen: »Möchte ich so viele Jahre im Himmel weilen als dieser Baum auf Erden wächst.«

Mango (malayisch māngāy, sanskrit āmra; magnifera indica). Gelbblühender Baum mit gelblichen, bis zu einem Kilo schweren Früchten, die ein beliebtes Obst sind. Der Ārmra gilt als Inkarnation der Liebesgöttin. Nach einer Legende übte die Göttin Pārvati unter einem Mangobaum Buße, dort, wo jetzt der Ṡaiva-Tempel steht. Hier erschien ihr ihr Gatte Ṡiva, der als Ekāmranātha »der unvergleichliche Herr des Mangobaums« verehrt wird.

[21]: Bakula (mimusops elengi), Baum mit wohlriechenden Blättern und Blüten, die ein ätherisches Öl liefern. Die süßen Früchte sind eßbar.

[35]: Kadam (sanskrit Kadamba; nauclea cadamba), Liane mit orangefarbener duftender Blüte.

Dādā (Hindustani), Großvater väterlicherseits, dann auf jede ältere Person angewendet, hier: der ältere Bruder.

[40]: Champa (sanskrit champaka; michelia champaka), den Magnolien ähnliche Holzgewächse mit duftenden, zarten, weißen und gelben Blüten, die Götzenbildern dargebracht werden, besonders am 14. Iyeshṭh (ungefähr unserm Juni entsprechend). Das wohlriechende Champakaöl ist sehr beliebt.

[41]: Rāmāyana (sanskrit ayana = gehend, vonay = gehen), »Die Taten des Rama«. Das große Sanskrit-Epos, das dem Vālmiki zugeschrieben wird und im 5. Jahrh. v. Chr. entstanden sein dürfte. Vgl. Alex. Baumgartner, das Rāmāyana und die Rāma-Literatur der Inder. Freiburg 1894.

[43]: Tulsi (sanskrit tulasi; ocimum sanctum), heiliges Basilikum. In Ostindien berühmteste Arzneipflanze, der Legende nach aus dem Haar einer Nymphe erzeugt, die Vishnu in seiner Inkarnation als Krishna liebte. Vaisnawa-Rosenkränze bestehen aus 108 Perlen von diesem Holz. Alljährlich wird in Indien eine Art Vermählungszeremonie zwischen dieser Pflanze und einem Salagramammoniten (versteinerte, ausgestorbene Tintenschneckenart, Symbol des Vishnu und als Amulett weiblicher Fruchtbarkeit) als Sinnbild der Muschelinkarnation Vishnus vollzogen.

[50]: Tamarinde (arabisch tamr hindi, indische Dattel; tamarindus indica), bis zu 25 Metern hoher, immergrüner Baum mit gelblichen, purpurgeäderten Blüten. Die Frucht wird als Obst, Nahrungs- und Arzneimittel verwendet.

[53]: Shiuli (bengali; nyctanthes arbor tristis), Gattung der Oleaceen. Bis zu 9 Metern hoher Baum oder Strauch, vom Jasmin hauptsächlich durch Blütenfarbe (Röhre und Schlund orange, sonst weiß) und Fruchtform verschieden. Tropische Zierpflanze mit wohlriechenden, nur nachts geöffneten Blüten, die zum Färben von Speisen und zur Bereitung von ätherischem Öl dienen.