„Sie können mir nicht zu Diensten sein, mein Sohn,“ sagte Nabin Banerdschi, „ich habe augenblicklich nur eine einzige Sorge.“

„Und was für eine Sorge ist das?“ fragte Kanti.

„Die Sorge um meine Tochter Sudha, die herangewachsen ist“ (Kanti lächelte, als er an ihr Kindergesicht dachte) „und für die ich noch keinen würdigen Bräutigam habe finden können. Wenn ich sie nur gut verheiratet hätte, so würde ich der Welt meine Schuld abgetragen haben. Aber hier am Ort ist kein passender Bräutigam für sie, und ich kann den Dienst meines Gottes hier nicht im Stich lassen, um anderswo für sie einen Gatten zu suchen.“

„Wenn Sie mich in meinem Boot aufsuchen möchten, Herr, so könnten wir über die Heirat Ihrer Tochter sprechen.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Kanti und kehrte zu seinem Boot zurück. Dann sandte er einige von seinen Leuten ins Dorf, um sich nach der Tochter des Brahmanen zu erkundigen. Die Antwort war ein einstimmiges Lob ihrer Schönheit und Tugenden.

Als am nächsten Tage der alte Mann zu dem Boot kam, um seinen versprochenen Besuch zu machen, begrüßte ihn Kanti mit tiefer Ehrfurcht und bat ihn um die Hand seiner Tochter für sich selbst. Der Brahmane war so überwältigt von diesem ungehofften Glück, – denn Kanti gehörte nicht nur einer wohlbekannten Brahmanenfamilie an, sondern war auch ein reicher und angesehener Gutsbesitzer –, daß er zuerst kaum ein Wort erwidern konnte. Er dachte, es müsse sich um einen Irrtum handeln. Endlich wiederholte er mechanisch: „Sie selbst wollen meine Tochter heiraten?“

„Wenn Sie mich ihrer für würdig halten“, sagte Kanti.

„Sie meinen Sudha?“ fragte der Alte noch einmal.

„Ja“, war die Antwort.

„Aber wollen Sie sie nicht erst sehen und mit ihr sprechen?“

Kanti verschwieg, daß er sie schon gesehen hatte, und sagte: „O, das wird bei der Hochzeit geschehen, im Augenblick der glückverheißenden Schau[28].“