Meine Schuld ist groß, mein Vergehn groß, meine Schande ist schwer und geheim, doch wenn ich komme, mein Gut zu erbitten, zittre ich vor Furcht, daß mir erhört mein Gebet sei!

29

Er, den ich mit meinem Namen umschließe, er weint im Gefängnis. Ich bin immer geschäftig, die Mauer um ihn zu bauen und wie der Wall in den Himmel wächst Tag für Tag, verlier ich in seinem tiefen Schatten mein wahres Sein aus dem Auge.

Ich bin stolz auf die mächtige Mauer, verkleb sie mit Staub und mit Sand; daß nicht das kleinste Loch in diesem Namen bleibe. Bei all dieser Sorge verlier ich mein wahres Sein aus dem Auge.

30

Ich zog allein auf meinem Wege zum Stelldichein. Doch wer ists, der im schweigenden Dunkel mir folgt? Ich schleiche beiseite, um ihn zu meiden, doch entkomme ich nicht seiner Gegenwart.

Er wirbelt den Staub von der Erde mit seinem Stolzieren, er fügt seine laute Stimme zu jedem Wort, das ich äußre.

Er ist mein eignes, kleines Selbst, Herr, er kennt keine Scham, doch ich schäme mich, zu deiner Türe in seiner Gesellschaft zu kommen.