In deine zerstörte Wohnung kommen die duftigen Frühlingslüfte. Sie bringen die Botschaft der Blumen – der Blumen, die man nicht mehr weihet zu deinem Dienst.

Dein Priester von einst sehnt sich wandernd noch immer nach dem verweigerten Opfer. Am Abend, wenn Feuer und Schatten sich mischen dem Dunkel des Staubes, dann kommt er müde zurück zum zerstörten Tempel mit Hunger im Herzen.

Manch ein Festtag kommt zu dir im Schweigen, du Gott des zerstörten Tempels. Manche Nacht der Anbetung geht, und die Lampen sind nicht entzündet.

Viele neue Bilder wurden von Meisterhand schön gebildet und hin zum heiligen Strom des Vergessens getragen, wenn ihre Zeit kam.

Nur die Gottheit des zerstörten Tempels bleibt immer unverehrt, unsterblich verachtet.

89

Kein lautes, geräuschvolles Wort mehr von mir – so ist meines Meisters Wille. Hinfort sprech ich nur noch im Flüstern. Meines Herzens Sprache wird in dem Murmeln eines Gesanges getragen.

Die Menschen hasten zu des Königs Markt. Verkäufer und Käufer sind alle dort. Ich aber erhielt unzeitigen Urlaub inmitten des Tags im Gedränge der Arbeit.

Lass denn die Blumen im Garten erblühen, wenn es auch nicht ihre Zeit ist; und laß die Mittagsbiene ihr träges Summen beginnen.