Und er sagt: „Ja, ich habe Dich nie beim Namen genannt. Ich hab' ihn vergessen.“
Eine Weile hört sie ihr Herz und wieder ihn. „Ich weiss jetzt: Edith heisst Du –“ Und wenn es doch das Fieber ist, denkt sie und horcht.
„Aber wie haben Dich die genannt, die ... die ... die Du lieb gehabt hast?“
Sie weiss kaum, dass sie antwortet und mit einer anderen, jungen Stimme: „Edel.“
Und er nimmt den Namen und liebkost ihn: „Edel – ja, so musst Du heissen. Edel: das ist weiss, ganz weiss ... Aber Du hast ja immer noch das alte Kleid, das Kleid von gestern und vorgestern, das schwarze Kleid, das kranke Kleid ... Du bist ja nicht weiss. Du hast Deinen Namen verraten. Du darfst ihn nicht mehr verleugnen jetzt; geh, hol' Dir Dein weisses Kleid!“ Sie klammert sich an den schwarzen Kasten der Uhr.
„Geh!“
„Morgen!...“
Er hört nicht. „Worauf sollen wir warten? Schönheit will über uns kommen.“
Und seine Worte drängen sie zur Thür, aber sie zögert noch.
„Eil' Dich! Mach' Dich schön und komm bald. Indessen wird hier alles festlich sein. Alle Kerzen, alle Lampen werden brennen, wenn Du wiederkommst, weisse Edel!“ Und da macht er eine Bewegung, als ob er sich erheben wollte. Und sie will hin zu ihm, will es verhindern, will mütterlich sein. Aber er steht schon da, stark, gross, die Arme wie Flügel und lacht ihr zu.