Unten zählte er seine Heller. Es war das Geld, für das er sich eine bunte Mütze hatte kaufen sollen. Es reichte just. Dann schrieb er ein Zettelchen. Ein paar heimwehkranke Worte standen drauf. Die andern sollten wissen, was ihn forttrieb.

Auf heimlichen Wegen erreichte er den Bahnhof. Gott sei Dank, es hatte ihn keiner gesehen. Und kam keiner, ihn zurückzuhalten.

Als er im Zuge saß, der ihn der Heimat nähertragen sollte, war zum ersten Male ein richtiges Aufatmen in ihm. Die Kette um seine Seele sprang. Der Kampf schwieg. Es kam eine Müdigkeit über ihn, die ihm Erlösung ward.

Jürgen Traumelin auf Heimatpilgerfahrt!

Zwei Tage und eine Nacht hat er gehungert und gefroren. Herbstnebel umwehten ihn. Zwischen Fichten und Felsen pfiff der Wind. Er grüßte sie als freundliche Boten der Heimat. Mit leichtbeschwingter Seele schritt er aus. An einem Bergbach kniete er nieder und trank. Einmal wieder Bergwasser schlürfen zu können, war einer seiner heimlichsten und heißesten Wünsche gewesen. Nun war er in Erfüllung gegangen. Seid umarmt, Berge und Wälder, Harzheimat!

Als Jürgen Traumelin am zweiten Abend unter sich im Tal die Lichter der Bergstadt sah, stieg er beglückt hinab.

Im Glockenhaus läutete es sieben. Es war der Willkommengruß, den die Harzheimat dem heimkehrenden Fremdepilger bot.

Der Kirchenbrink

Der Sonntagmorgen hatte für mich seine eigene Feierlichkeit.