— (2) 15. Dicotyledonen (Zweisamenlappige.)

(A) Parigonblüthige — Apetalae.

a. Serpentariae } Das Vorhandensein derselben ist mir unbewusst. —
b. Aquaticae

c. Mittensamige, (Centrospermeae), z. B. Sandelholzgewächse, die in früherer Zeit das gelbe und weisse Sandelholz lieferten und den Haupthandel des Inselreiches bildeten und den grössten Theil der Inseln bewaldeten, sind augenblicklich vollständig ausgerottet bis auf einzelne krüppelige Stämme, die hie und da sich noch vereinzelt zeigen; ausserdem gibt es noch einige Arten Loranthaceen.

d. Pfefferartige, (Piperitae), finden sich in zahlreichen Arten z. B. der „ava“, (piper methysticum), der ähnlich dem piper betlé ist und aus welchem die Hawaiier ein berauschendes, höchst schädliches Getränk bereiten; sie kauen nämlich in Gesellschaft den „ava“ und speien das Gekaute in ein hiezu bestimmtes Geschirr, wonach die gekaute Masse, einer Gährung überlassen, destillirt und als Getränk benutzt wird. Die zerstampften Blätter desselben mit der zerstampften „areka“-Nuss und gemahlenen verkalkten Korallen gemischt, wird gleich dem betle der Malaien zum Kauen gebraucht, ähnlich wie unsere Seeleute den Tabak benutzen. Die Rinde und die Wurzeln derselben werden, — d. h. als Extract, — gegen Hautkrankheiten von dem „Kahuna“ gebraucht. — Der piper cubeba wird vom „kahuna“ gegen Krankheiten der Geschlechtsorgane gebraucht.

e. Nesselgewächse, (Urticaceae) z. B. der „Kahui-láo-kaláni“ oder „nioi“ genannt, eine Artocarpee und ist ähnlich dem „Upas-pahu“ von Java (der Antiaris toxicaria) und gleich wie letzteres ein starkes Gift, welches von den „Kahunas“ zum „anaána“, d. h. dem sog. Todtengebete zur Vernichtung eines Menschen benutzt wurde. Der Glaube herrschte nämlich, dass der Gott Kolaípahoá im Baume sich aufhalte und das Gift bereite. Der Baum ist nur noch selten im Inselreich zu finden, da er, wie man sagt, zur Zeit Kamehámehá’s III. auf Befehl hat ausgerottet werden müssen. — Der Artocarpus incisa, d. h. der Brotbaum, dessen Frucht bekanntlich geniessbar, ist verhältnissmässig im Inselreiche nicht zahlreich zu finden. — Der Maulbeerbaum wird als „Morus alba“ und als „Morus nigra“ gefunden, soll jedoch importirt sein.

f. Kätzchenträger (Amentaceae) z. B. Plantanengewächse und Weidengewächse sind zahlreich zu finden.

g. Schneller, (Tricocceae), z. B. Rizinusstauden und der „makokó“, (Euphorbia multiformis), dessen milchigen Saft der „Kahuna“ mit ausserordentlichem Erfolge gegen Geschwülste oder Entzündungen brauchte.

h. Lorberen (Thymeleen), findet man als: Seidelbastgewächse (Daphnoideen), Proteaceen und Lorbergewächse (Laurineen).

i. Muskatnussartige, (Miristiceen) scheinen nicht vorhanden zu sein.