Es ist ein Datum mehr in meinem Leben. Wie er so auf dem Rücken daliegt, scheint es, als würde er wie ein Boot, mit seinen Rudern von der Flut getrieben, hinweggleiten.
Wenn ich auf der Straße stehen blieb, um den Leichenzug eines prächtigen Begräbnisses zu betrachten, dachte ich nicht, daß ich eines Tages den ersten Platz hinter dem traurigen Karren einnehmen würde.
Morgen werde ich hinter ihm in die Kirche eintreten. Die Kerzen werden durch die Schleier der Weihrauchdämpfe erstrahlen, und die große Stimme der Orgel wird seinen Einzug in das Reich Gottes verkünden. O Kleiner, mein Kleiner!
Wie ist doch das Schweigen, das von dir aufsteigt, beredt. Ein Schweigen der ganzen Menschheit, die mit all ihren Königen und all den lauten Begebnissen wie unterirdisch sich hindehnt.
Mein Gott, antworte mir, wo bist du? Ich stehe vor dir demütig in gläubigem Eifer, bereit, dein strengstes Gesetz anzunehmen, aber gib mir nur ein Wort, irgend etwas für meinen Schmerz, der nicht vergeblich sein kann.“
*
Das Kind geht nicht in die Schule, und man zieht ihm tagtäglich das neue Kleid an. Man hat den Tisch verlängert, weil sein Onkel und seine Tante jeden Tag zum Essen da sind. Bei Tisch spricht seine Mutter nicht drei Worte und läßt alles auf ihrem Teller stehen. Manchmal erhebt sie sich so plötzlich und bleibt so lange im Nebenzimmer, daß seine Tante aufsteht, um sie zu holen. Jeden Nachmittag geht er mit seinem Onkel und seiner Tante spazieren. Alle Tage sind Sonntage geworden. Mit großer Sanftmut spricht man zu ihm, und er wird niemals mehr ausgezankt. Zwar ist er viel vernünftiger geworden. Die Stirn an die Scheibe gelehnt, sieht er auf der Straße seine von der Schule heimkehrenden Kameraden. Er fühlt, daß er von nun an ihnen sehr überlegen ist.
Er sagt zu seiner Mutter: „Ich habe seine Spielsachen genommen und mir sein kleines Federmesser ausgeborgt. Wirklich, Mama, es ist nicht dasselbe, selbst wenn ich sein schönes Pferd nehme, das im Wandkasten steht, wird es nicht das gleiche sein. O Mütterchen, ich bitte dich! Nein, nein, nicht seine Schuhe, sie gehören ihm.“
Und er sagt auch: „Wird Papa niemals wiederkommen? Warum ist er fort, warum kommt er jetzt nicht wieder?“
Und seine Mutter antwortet ihm, daß sie einen Brief erhalten habe. Sein Vater sei weit, sehr weit am anderen Ufer des Meeres. Vielleicht wird er eines Tages wiederkommen . . .