Die Töne eines Orchesters zogen ihn an.

Er befand sich schließlich vor einer großen Gastwirtschaft, die sich längs des Flusses hinzog. In schönen gelben Lettern auf grünem Grunde las er:

Ball der Artilleristen.

Und dann darunter:

Weinfisch und gebackene Seinefische.
Möblierte Zimmer.

Auf einem Wandbild war ein prächtiger Artillerist in Gala aufgemalt. Seine weiß behandschuhten Hände waren über dem Säbel gekreuzt, den er zwischen den Beinen hielt. Er trat ein und durchquerte einen großen Garten, der durch Lauben geteilt war, unter denen ein glückliches Völkchen lachte, trank und aß.

„Hier gibt es doch noch mehr, als man glauben würde, von solchen, die sich nichts daraus machen!“ Vor ihm war eine lange Bretterbaracke, an den Seiten gegen den Garten geöffnet, auf einer Estrade ein Orchester, Paare, die sich heftig nach dem Rhythmus der Polka der kleinen „Pierrots“, die er wiedererkannte, bewegten, und der Ballsaal. Dirnen minderer Gattung, junge Arbeiter mit Mützen und einige Soldaten bildeten die Gesellschaft. Die müde waren, Polka zu tanzen, tranken an den Tischen längs des mit Wappen und Fahnen geschmückten Saales. Er sah den Tänzern zu, die wie in Spiralen ineinander gewunden waren. Die Beine der Männer keilten sich frech in die Frauen, die, den Kopf nach rückwärts geworfen, die Augenlider hoben und senkten. Die runden Brüste bebten. Die Röcke flogen weit hin, entblößten die Strümpfe, und zuweilen blitzte ein weißes Stück Fleisch unter einem Gewirr von Spitzen hervor. Er stieg wieder in den Garten hinab und suchte sich eine abgelegene Laube. Eben wurde eine frei, die ein Liebespaar auf dem Wege nach dem möblierten Zimmer verließ. Sie stellte eine Champagnerflasche im großen dar. Das Gitter, woran die Schlingpflanzen hinaufkletterten, ahmte recht deutlich ihre Form nach, und die Spitze, die in einem Holzpfropfen auslief, der aus einer Blechmanschette hervorkam, täuschte die Flasche ausreichend vor. Er ließ sich nun eine Flasche Wein und einen Backfisch geben. Nachdem er die Kartoffeln verzehrt hatte, zündete er sich einen Stumpen an und zog die Uhr. Erst drei Uhr! Er war erstaunt, wahrzunehmen, daß die Zeit im ganzen weniger schnell verging als im Bureau.

„Da schau her, da wird nach Schweizer Art getrunken? So gehört sich’s ja gar nicht!“

Ein Soldat, ein Artillerist, steht, noch vom Tanze schwitzend, vor ihm. Recht sympathisch sah er aus, und so freute er sich denn seiner Vertraulichkeit.