Er sah, wie das Mädchen Adolf eines der Zwanzigsoustücke, die er auf dem Tische zurückgelassen hatte, zuschob.
„Vergessen Sie nicht unsere Angelegenheit, wir sind jeden Tag nach dem Abendessen hier, wir würden uns gern mit Ihnen darüber einigen.“
„Grüß Gott, alles Schöne zu Hause, auf Wiedersehen!“
Adolf, der nicht nachträgerisch war, preßte herzlich die Hand in der seinen.
„Also auf baldiges . . .“ und er fügte einen kleinen Scherz hinzu, der ihm geläufig war. „Wenn du den kleinen Buckligen triffst, so sage ihm, daß er sich strecken soll.“
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Die Tramway raste von einer Station zur andern, die Fahrgäste schüttelnd, wie Korn im Sieb. Ein plötzliches Halt, und die Körper stießen aneinander, ein Hut rutschte auf eine Nase herunter. Der durchdringende Schrei einer Pfeife ließ sich hören, und die teuflische Maschine nahm wieder ihren Lauf. Wie sie so blitzeschleudernd, klirrend mit den Scheiben und dem Eisenwerk daherkam, schien sie einer großen Wut anheimgegeben. Sie sprang über die Nieten der Schienen, zeigte sich bei den Biegungen widerspenstig und bewies bei jeder Gelegenheit einen lebhaften Hang zur Unabhängigkeit. Für Augenblicke bemächtigte sich ihrer ein solcher Zorn, daß sie von epileptischen Zuckungen geschüttelt schien. Aber trotz allen ihren Bemühungen ward sie dennoch in den Bahnen der Ordnung festgehalten, ihre Räder gehorchten den Schienen, die ihr nicht das geringste an Extravaganz gestatteten. Ein temperamentvoller Ruck, und die Bremse ließ sie sofort ihren eisernen Willen verspüren.
„Spiel doch nicht den Dummkopf“, sagte der kleine stählerne Hebel, „es nützt dir ja doch nichts.“
Die Tramway war nichts als eine fanatische Begierde, von einer Disziplin niedergehalten, die immer das letzte Wort behielt.
„Da ist nichts zu machen, meine Liebe, da heißt es gerade hinfahren wie jedermann.“