»Ihr Freund ist also abgereist,« sagte der Justizrat. »Das ist schade, da werden Sie sehr niedergeschlagen sein!«

»Ich bin froh, daß er fort ist,« entgegnete Deruga. »Gabussi ist mir der liebste Mensch auf Erden, aber es gibt Zeiten, wo er mir im Wege ist. Er kann sein Leben lang nüchtern sein, aber ich muß mich zuweilen betrinken.«

»So,« sagte der Justizrat, der inzwischen das Fenster geschlossen und sich gesetzt hatte, »und jetzt ist der Zeitpunkt für Ihre Saturnalien? Passend gewählt.«

Deruga zuckte die Achseln. »Ich richte mich dabei nach dem Kalender, dessen System jeder in seinem Körper trägt.«

»Wie Sie wollen,« sagte der Justizrat. »Mich hat etwas ganz anderes hergeführt. Kennen Sie eine Frau Valeska Durich aus Prag?«

»Ja,« sagte dieser, »ein aus Dummheit und Verliebtheit zusammengesetztes Wesen. Formel D2V

»Sie müssen es wissen,« sagte der Justizrat, »denn sie scheint eben in Sie verliebt zu sein.«

»Ich kann wirklich nichts dafür,« sagte Deruga. »Wenn Sie eine halbe Stunde mit ihr zusammen wären und sie womöglich etwas grob behandelten, würde sie sich auch in Sie verlieben.«

»Nun, wir werden sehen,« sagte der Justizrat. »Sie will nämlich herkommen.«

Deruga lachte auf und zeigte sich dann geärgert. Was die dumme Person wolle? Der Justizrat solle ihr schreiben, daß er, Deruga, in Untersuchungshaft sei und nichts mit ihr zu tun haben könne und wolle.