Ein Todesengel, göttlich sanft und schön,
Trägst du gen Himmel mächtig meine Seele.
Durch alle Nacht hindurch, wie Stürme wehn,
Fühlst du den Weg, den ich allein verfehle.
Wie rücken die Gestirne weit, so weit!
Der Erde fern und fern der Ewigkeit
Nichts faß ich mehr als deines Herzens Schlagen.
Ein Adler ist's, der steigt: einst wird es tagen.

Ach Gott, ein Grablied meinem Herzen stimmt,
Weil von der Erde nun es Abschied nimmt.

Verschworen hat's den argen Mummenschanz,
Den Schleier nimmt es und den Rosenkranz.

Ins Kloster geht's, die Kutte legt es an,
Ein Heilger wird's, zu dem man beten kann.

Einst tanzt es als ein Sternlein hoch im Blau;
Hernieder fiel es und erlosch im Tau.

Ein Schwärmer stieg's in die entzückte Luft,
Versprühte buntes Licht; nun ist's verpufft!

Johanniskäfer war's und glühte schön;
Nun ist's ein Würmchen, häßlich anzusehn.

Wie Nachtigall sang's Liebe immerzu;
Ein Käuzchen ward es nun und ruft schuhu.