Sinkt nun der Frühlingstraum verwelkt von allen Bäumen,
So bebt mein Herz von einem Jubelschrei:
Es muß vorübergehn, was lebt in Erdenräumen –
Ich habe dich, und du gehst nicht vorbei.
Hoch auf am Ararat der Liebe branden
Die wilden Wasser der Vergänglichkeit,
Wir sehn die Welt zu unsren Füßen stranden,
Umstrahlt vom Himmel, der das Grab der Zeit.

STURMLIED

O Brausen des Meers und Stimme des Sturms
Und Irren im Nebelschwarm!
In Hafens Ruhe, im Schutze des Turms,
Wie eng und arm.

Ich will kein Kissen mir unters Haupt,
Kein Schreiten auf Teppichen weich;
Hat mir der Sturm auch die Segel geraubt –
Da war ich reich!

O herrliche Fahrt im Windeshauch
Hinauf und hinab und zurück!
Nur kämpfend, und unterlieg ich auch,
Ist Leben Glück.

Du, dem ich angehöre, laß, wenn ich gestorben,
Was von mir übrig, meine Asche, bei dir sein.
Und deine Hand, um die mein Leben einst geworben,
Tauch in den Staub, der einst dein Fleisch war, ein.
Läßt du den trüben Strom durch deine Hände fluten,
Die einst, wie Frühlings Hauch aufzückt im jungen Stamme,
Berührend diesen Leib entzündeten zur Flamme,
Fühlst du ihn plötzlich wohl erglühn in alten Gluten.