1) Tippel und Tappel
Ist euch schon einmal langweilig zumute gewesen? Dann paßt mal auf, wie lustig man mit sich selber spielen und sich die Zeit vertreiben kann!
Auf dem Dachsfell vor Großvaters Schlafstube saß der kleine Peter, und hatte seine Schuhchen ausgezogen, und besah sich seine dicken, drallen, rosablanken Beinchen mit den blau und rot gestreiften Socken dran. Auf einmal aber waren es gar keine Beinchen mehr, sondern er legte sich auf den Rücken und hob sie in die Luft, da waren es zwei große richtige Soldaten, und der eine hieß Tippel, der andere Tappel.
Tippel hatte eine rote Nasenspitze, und Tappel eine blaue; denn sie waren eben erst von draußen gekommen, und draußen war es furchtbar kalt.
Nun kommandierte der kleine Peter: rrührt euch, marrsch — ganz wie der große Herr Leutnant auf dem Exerzierplatz. Und da schwenkte erst Tippel die rote und dann Tappel die blaue Nasenspitze hin und her, und hatten wunderschöne blau und rot gestreifte Jacken an, und Peter kommandierte immerfort: rrechts schwenkt, llinks schwenkt — rechts schwenkt, marsch! —
Das ging so eine ganze Weile lang; bis Tippel und Tappel wütend wurden. Denn sie waren währenddem warm geworden, und waren nun beide eigentlich müde, und wollten dem kleinen Peter nicht mehr recht gehorchen. Also fingen sie an zu zappeln und zu strampeln.
Halt! schrie da plötzlich der kleine Peter, ganz wie der große Herr Leutnant auf dem Exerzierplatz. Denn er war nun auch warm und wütend geworden und wollte Großvaters lange Flinte aus der Schlafstube holen und die beiden faulen Soldaten totschießen.
Aber da krigten die solchen Schreck, daß sie bautz zurück auf das Dachsfell fielen; und da waren es wieder zwei kleine dicke Beinchen mit blau und rot gestreiften Socken dran.