es stand so sehr alleine.
Es wollt dem Mond was schenken:
lila Bulabenken.
Komm, Schwesterchen, nach Wundertal
in den Allerseelensaal:
sieh, nun sind sie deine!
Und während sie das sagte, war sie aufgestanden, und hatte ihr lila Schürzchen abgebunden, und schwenkte es hoch im Kreise mit beiden Händen über sich. Und plötzlich war sie gar kein kleines Mädchen mehr, sondern eine große lila Blume; die neigte sich tief zu Liselotte hernieder und nahm sie mit den Blättern zu sich hoch und setzte sie sanft in ihren Blütenschooß.
Und als nun Liselotte nach dem Spiegelchen sah, da wurde es größer und immer größer, viel größer als der Mond vorhin, und stand weit offen wie ein goldener Saal, und drinnen bewegten sich leuchtende Säulen; die waren durchsichtig wie Lichter im Wasser, viel tausend tausend und immer mehr, als ob sie mit einander tanzten. Und plötzlich schrie sie laut auf vor Schreck und mußte weinen vor Seligkeit; denn ganz weit hinten kam auch ihr Mutterchen her und leuchtete heller als alle die andern.
Und als sie die Augen noch weiter aufmachte, stand Vater im Mondschein neben Großvaters Lehnstuhl, und Tante Agathe wischte die Tränchen vom Fensterbrett, und Alle lobten die kleine Liselotte, wie schön allein sie zuhause geblieben war, und daß sie sich garnicht gefürchtet hatte.