Und manchmal kamen auch fremde Leute vorbei; die merkten, wie sehr sie sich freuten zusammen, und wollten nun sehen, warum und wieso, und bückten sich neugierig über das Hügelchen.

Aber mit ihren dicken Köpfen, sobald sie dem Spiegel zu nahe kamen, sahen sie nichts als ihr eignes Gesicht, als ob sie selbst da im Grabe säßen, bis an den Hals. Da krigten sie Furcht vor dem armen Mädchen, und alle liefen rasch wieder weg.

Blos Liselotte, die niemals sich fürchtete, blieb wie im Himmel neben ihr sitzen, und strich ihr das Röckchen glatt und sagte: Wie wird sich nun aber dein Schwesterchen freuen, daß alle Seelen vom ganzen Friedhof in ihrem Spiegel beisammen sind! Mein Großvater ist auch darunter! und Mutterchen!

Dann machte sie heimlich ihr silbernes Körbchen auf und wollte die Nußtorte mit ihr teilen, und dabei fragte sie: Wie heißt du denn?

Da lächelte wieder das arme Mädchen, und blickte noch goldiger vor sich hin, und sagte leise, als ob sie träumte:

Ich heiße Liselore.

Ich komm vom Himmelstore.

Ich sah mein Schwesterchen hier stehn,

es wollte in den Mond hingehn,