„Mein großer Junge!“ lachte sie und griff ihm liebkosend durch den Kinnbart. „Hast wohl schönen Hunger von dem langen Spaziergang?“

„Wo die Juno blos stecken mag!“ wetterte der Alte, aus dem Hühnerhof in die Küche tretend; mit dem Helfen wars also auch nix. „Fängt auf ihre alten Tage zu jagen an; muß ihr mal ’ne Ladung Schrot aufsengen, Kantschu scheint nicht mehr zu ziehen.“ Er war ganz rot vor Ärger; wie seine Hähne. „Hast du sie nicht bemerkt Nachmittag?“

„Nein, Vater.“

„Konnt mirs denken“, ging das Sticheln los; „liegst ja immer gleich im Grase fest.“ Schwerenot, was ihn das wohl anging!

„Fertig, Kinderchen“ — rief die Mutter und nahm das Gedeck zur Hand, ihm die Teller reichend.

Gottseidank! atmete er auf, wieder hinaus ins Freie tretend; der Alte hinterdrein mit den Eierkuchen. Aber was war das? das war ja ’ne nette Bescherung! Auf dem Gartentisch, mitten drauf, saß sein Töchterlein, eifrig bestrebt, die sandigen Akazienblätter in verschiedenen schönen Kringeln auf dem weißen Sahnenpelz der dicken Milch zurechtzulegen; eben wollte sie die zweite Satte in Angriff nehmen.

„I du Balg!“ Er besann sich; nur keinen Wutausbruch! Weswegen auch? eigentlich wars doch zum Lachen! Er nahm sich zusammen und sprach mit Nachdruck: „Das war aber unartig von dir!“

Sie sah ihn groß von der Seite an. „Das war darnicht una’tig von mir!“

„Kiek!“ machte der Alte in der Haustür, und der Kobold stach aus den stahlblauen Augen.

Wollte er ihn vielleicht gar foppen? Na warte! Er stellte die Teller hin. „Komm mal runter!“ sprach er und trat vor sein Kind.