welche Augen in unserm Schlaf erwachen.

Zwischen dunkeln Wänden ahn’ich mit Beben,

wieviel Geister hinter jedem Geist leben.

Denen kann ich nichts vorscheinen;

denen wird mich das Licht einst einen,

wo wir Alle in Schweigen schweben,

Alle im Reinen ...

Zweiter Traum

Wir gingen die Wurzeltreppe des Hügels hinab, zehn zwölf Mann; oben lag die Försterei in tiefem Schnee. Die klare Kälte machte alle stumm; der Schnee verschluckte das Geräusch der Schritte. Die Teckel hielten sich, vor Frost humpelnd, sorgsam hinter uns im festgetretenen Wege. In dem rauhen Reif der Birkenreiser fingerte die Morgensonne; die starren Nadelbärte der Kiefernschonung sträubten sich aus ihren weißen Pelzen. Es sollte ein Dachs gegraben werden. Ich weiß nicht, wieso dabei schon wieder: mir kam der liebe Gott in Sinn.

Die Hunde gaben plötzlich Laut; Rädergeklapper kam. Um die Ecke aus einem Schleifweg bog die alte Semmelfrau vom Dorf drüben her, auf ihrem Köterkarren hockend; ein schußscheuer Jagdhund zog ihn, der einem Nachbarförster aus der Art geschlagen war. Unsre Teckel, keifend, auf ihn los. Der Hochbeinige weiß nicht, was er dazu sagen soll; den Schwanz eingeklemmt, setzt er sich in Trab. Die Kleinen blaffen lustiger. Er begreift; und hussa, alle Schwänze hoch, stiebt die wilde Jagd, schneeumspritzt, bellend und belfernd den Weg hinunter, die falsche Richtung für die gute alte Frau, die schimpfend und jammernd auf dem stuckernden Wagen sitzt, mit beiden Armen ihre Semmelkiepe umklammernd. Wir, lachend, hinterdrein mit langen Sätzen; am Bahndamm unten holen wir sie endlich ein. Die Teckel drücken sich beschämt zu ihren Herren; wir lohnen die Alte ab. Und ich denke wieder an den lieben Gott.