Ohne einen Laut von sich zu geben, brach er tot zusammen.

Edith stieß einen lauten Schrei aus und verlor die Besinnung. Fest fing sie in seinem mit dem Blute ihres Vaters bespritzten Arme auf.

„Sie weigerte sich, mein Weib zu werden,“ sagte er mit einem gleichzeitig rohen und boshaften Grinsen. „Jetzt ist sie mein, ohne die alberne Eheschließerei.“

Und während er, Edith forttragend, zur Thür schritt, rief er seinen Genossen zu: „Schlagt alle Freunde der Regierung tot, meine Jungen! In einer Stunde werde ich euch auf dem Rathause treffen.“

Ich machte eine letzte, verzweifelte Anstrengung, die Männer von mir abzuschütteln, welche mich festhielten und — erwachte am 31. Mai 1887 in meinem Bette. An meiner Seite befanden sich ein Arzt und mein Diener Sawyer, welche längere Zeit vergeblich versucht hatten, mich aus meinem tiefen durch den Mesmeristen veranlaßten Schlaf zu erwecken.

Mehr als eine Stunde verging, bis ich mein Denkvermögen wieder erlangt hatte; dann aber machte ein tiefer Seufzer meiner Beklemmung ein Ende.

Mit Blitzesschnelle jagten alle Einzelheiten meines anziehenden und doch auch schrecklichen Traumes an meinem Geiste vorüber. Wiederum wog ich die Gründe, welche Dr. Leete und Forest für ihre Ansichten vorgeführt hatten, gegen einander ab und ich fühlte mich unendlich glücklich bei dem Bewußtsein, daß ich im neunzehnten Jahrhundert und nicht in dem Kommunistenstaate lebte, der mir wie ein riesiges Zuchthaus am Abende vor einem Aufstande der Sträflinge erschien.

„Lieber will ich doch in der Freiheit schwer arbeiten, als täglich in einem gefängnisartigen Dasein einige Stunden mehr müßig zu gehen,“ sagte ich, in Betrachtungen versunken, zu mir selbst. „Denn die Arbeit ist kein Übel! Und ehe ich mich unter die kommunistische Sklaverei beuge, will ich lieber einige Jahre länger thätig sein und auf einige Lebensannehmlichkeiten verzichten. Die meisten Genüsse, nach welchen wir streben, erscheinen ohnehin am begehrenswertesten, solange wir uns ihrer nicht erfreuen. Wenn wir das Erstrebte erreicht haben und an den Genuß gewöhnt sind, verliert er fast immer jeden Reiz.“

Ich beschloß, künftighin mein bestes Können für die Förderung alles dessen einzusetzen, was der Menschheit zum Heile gereichen muß; vor allem aber zur Zufriedenheit zu mahnen, welche die einzige verläßliche Grundlage für menschliches Wohlbehagen bildet. Glückseligkeit ist ja viel unabhängiger von Wohlstand, als viele glauben; ja in Wirklichkeit scheitert das Wohlbehagen nur zu oft an Ruhm und Reichtum. Ob wir uns glücklich fühlen, oder nicht, das hängt großenteils von unserer Lebensauffassung ab.

Ende.