Im Finsteren führe man das Pferd mit ganz leichten Zügeln und verlasse sich im allgemeinen mehr auf dessen Augen, wie auf die eigenen. Die Pferde pflegen im Finstern recht sicher zu gehen und weniger furchtsam zu sein wie bei Tage, sie finden ihren Weg besser wie die Reiterin.

Schluß.

Ich bin zu Ende. Habe ich den Damen, welche gleich mir, als ich noch jung war, mit der Leidenschaft für unser edles Pferd begabt sind, ein wenig bei ihren Reitstudien genutzt, so ist meine Aufgabe erfüllt. Ich möchte aber darauf aufmerksam machen, daß sie, auch wenn sie das ganze Buch durchstudiert hätten, – was ich – Pardon – bezweifle, – damit nur einen Auszug von dem großen Gebiete der eigentlichen Reitkunst, erhalten haben. Wenn alles gesagt werden sollte, was etwa nötig und erforderlich ist, so würden mindestens drei solcher Bände, wie der vorliegende, erforderlich gewesen sein. Vieles davon wird Ihnen, meine Damen, nur durch die Praxis verständlich werden, besonders wenn es Ihnen durch Ihren Lehrer, Vater, Bruder oder Gatten interpretiert wird. An vieles wird auch jener erinnert werden, wenn er das Buch gemeinschaftlich mit Ihnen studiert. Wollen Sie mehr wissen, so nehmen Sie ein Buch in die Hand, welches für die Herren geschrieben ist. Daraus können Sie viel lernen, was auch Sie betrifft, in erster Linie die Behandlung des Pferdes unter dem Sattel, die Grundsätze der Dressur. Ich empfehle Ihnen vorerst das auch in dieser Sportbibliothek erschienene, sehr vortreffliche Werkchen des Oberstleutnant von Sanden: »Reitsport« (s. Inseratenteil). Es sind die Ausführungen eines sehr erfahrenen Reiters, wenngleich auch diese nur ziemlich eng zusammengefaßt sind. Und – wenn Sie das Gefühl unbedingter Sicherheit auf dem Pferde und damit wahre Herzensfreude empfinden wollen, dann – bleiben Sie beim Seitsitz und kümmern Sie sich recht viel um Ihr Pferd, und um dessen Wohl auch im Stalle. Es wird dann Ihr Freund werden. Und nun – reiten Sie mit Gott, soweit der Himmel blau und die Erde schön ist.

Empfehlenswerte Bezugsquellen.

Sattlerwaren:

J. F. A. Junge, Sattelmacher, Hamburg, A. B. C.-Straße 53 (siehe nachstehendes Inserat).

A. Waldhausen, Sattlerwarenfabrik, Köln, Obenmarspforten 26 und Johannisstraße 65.

Sportbekleidung:

D. Faust, Berlin W. 9, Linkstraße 33/34.