Gaston ging langsam die Front entlang und musterte eingehend Mannschaft und Pferde. Jeden einzelnen der Dragoner fragte er nach Namen und Zivilverhältnis. Wenn ihm etwas Tadelnswertes auffiel an der Sattelung oder am Anzuge, sagte er nichts, sondern sah nur den neben ihm schreitenden Wachtmeister mit kurzem Blicke an. Der aber gab den Blick an die einzelnen Gruppenführer weiter, nur in erheblich verstärktem Maße. Ein Donnerwetter zog sich über schuldigen Häuptern zusammen, die da geglaubt hatten, der alte Schlendrian könnte so weiter gehen.
Oberleutnant Gusovius räusperte sich leicht: »Herr Rittmeister!«
Gaston blickte auf, der Regimentskommandeur kam über die Hügelwelle geritten. Anscheinend ohne jede Inspizierungsabsicht. Seine beiden Foxterriers jagten kläffend über das schon gelblich gefärbte kurze Gras, und neben ihm ritt seine jüngste Tochter. Ein blondlockiges Mädel von sechzehn oder siebzehn Jahren, das im Herrensitze seinen Pony lenkte.
Gaston bestieg seinen irischen Fuchswallach, riß den Säbel aus der Scheide. Wie eine Fanfare erklang das Kommando: »An die Pferde! – Fertig zum Aufsitzen! – Aufgesessen!« Und nach gemessener Pause: »Richt – Euch!«
Er ritt an den Flügel, die Richtung stimmte ausgezeichnet, die Bewegungen hatten geklappt. »Augen – links!« kommandierte er und sprengte dem Kommandeur entgegen, die Schwadron zu melden.
Oberstleutnant Harbrecht winkte ab.
»Lassen Sie sich nicht stören, Herr Rittmeister, ich bin nur ganz zufällig herausgebummelt.« Er stellte sein Töchterchen vor und sagte: »Lassen Sie, bitte, rühren.«
»Rührt Euch!« schrie Gaston über die Schulter zurück, und der Kommandeur fragte: »Na, zufrieden?«
»Danke, Herr Oberstleutnant, bis auf ganz geringfügige Kleinigkeiten.«
»Sehr nett von Ihnen – gegen Ihren Herrn Vorgänger! Na, und was haben Sie weiter vor, Herr Rittmeister?«