»Meinen Sie, lieber Gorski?«

»Aber selbstverständlich! Herr Rittmeister hatten sich – wenn mir's gestattet ist, das zu bemerken – ganz vorzüglich bei uns eingeführt im Regiment. Bloß Sie müßten sich öfter sehen lassen.«

»Na, dann vorwärts!«

Im Hinausgehen flüsterte Karl von Gorski der Ordonnanz zu: »Marsch, ins Revier der fünften Schwadron! Der Kutscher vom Krümperwagen soll anspannen, an der kleinen Kneipe vorfahren, gegenüber vom Landgericht!«

Die Ordonnanz nahm schweigend die Hacken zusammen. Solche Aufträge waren nichts Außergewöhnliches. Nach einem Liebesmahl fuhren die meisten der Herren mit dem Krümperwagen nach Hause, um unliebsamen Begegnungen auszuweichen. Und der Rittmeister von der Fünften wohnte ein ganzes Ende weit vor der Stadt ...

Auf der Straße hielt Karl von Gorski sich dicht neben seinem Vorgesetzten, um erforderlichen Falles zur Hand zu sein, wenn dem der Fuß in unsicherem Tritte stocken sollte. Aber die Fürsorge war unnötig, der Rittmeister ging ohne Schwanken die Straße entlang. Da stieg seine Hochachtung gewaltig: der Mann mußte eine fabelhafte Energie besitzen, um sich so zusammenreißen zu können! Und nach einigen Minuten blieb Herr von Foucar plötzlich stehen, sagte mit ganz klarer Stimme: »So, das hat wohlgetan. Aber noch eins, Herr von Gorski ...«

»Herr Rittmeister?«

»Ich bin vorhin ein bißchen zusammengesackt. Ich lege keinen Wert darauf, daß das in weiteren Kreisen bekannt wird. Ich hatte meinen Nerven in den letzten Wochen zu viel zugemutet, und vorher die Zeit im Generalstabe – ja, das war auch alles andere, nur keine Sommerfrische.«

Der Kleine blickte auf.

»Sehr wohl, Herr Rittmeister! Aber die Mahnung zur Diskretion war etwas kränkend, nachdem Sie die Güte gehabt hatten, mir ein wenig Vertrauen zu schenken. Ich mache nicht immer schlechte Witze, ich kann auch manchmal leidlich ernst sein.«