Und ein paar Stunden später kannte der Rittmeister von Foucar alle Einzelheiten des gegen ihn gerichteten Anschlages.
Der Zug setzte sich schon in Bewegung, da wurde im letzten Augenblick die Coupétür aufgerissen, ein Reisender stieg noch ein. Gaston blickte auf, es war der pensionierte Kanzleibeamte, der sich auf der anderen Straßenseite angesiedelt hatte! Da wußte er Bescheid. Der Kerl fuhr mit, um seine Spießgesellen zu warnen, falls irgend ein unerwarteter Zwischenfall einträte. Und in einer Viertelstunde mußte er mit ihm ins Reine kommen, denn fünfzehn Minuten fuhr der Zug nur bis zu der ersten Station. Da eröffnete er kurzerhand die Feindseligkeiten.
»Sehr nett von Ihnen, Herr Nachbar, daß Sie sich persönlich davon überzeugen, ob ich auch wirklich abgefahren bin. Wie weit sollen Sie mich nun eigentlich begleiten, damit die Schweinerei in meinem Schreibtisch fertig ist?«
Der andere sah ihn ganz entgeistert an.
»Wie ... wie meinen Sie das, Herr Rittmeister?«
Da mußte er auflachen. Der Kerl sah komisch aus mit dem vor Erstaunen geöffneten Munde.
»Kommt Ihnen ein bißchen überraschend? Na, dann lassen Sie sich sagen, wir beide werden schon in Kalinzinnen aussteigen. Und sehen Sie mich nicht so ungläubig an: Sie werden wirklich mit aussteigen! Nur ich werde natürlich dafür sorgen, daß Sie mit keinem Telephon in Verbindung kommen. Um – na sagen wir mal – nach der Waldschenke Nachricht zu geben!«
Das letzte hatte er nur aufs Geratewohl gesprochen, aber die Wirkung war niederschmetternd. Der angebliche Kanzleibeamte bog sich vor.
»Herr, woher wissen ... Das heißt, ja« – er nahm sich gewaltsam zusammen – »das ist nämlich alles Unsinn. Und ich weiß wirklich nicht, was Sie von mir wollen. Ich fahr' ganz harmlos nach Berlin, und da kommen Sie her ...«
»Ganz recht,« sagte Gaston gemütlich, »und da komme ich her, ersuche Sie höflichst, mit mir schon in Kalinzinnen auszusteigen! Und nun wollen wir unser Geschäft in Ruhe erledigen. Bitte, greifen Sie nicht immer nach Ihrer rückwärtigen Hosentasche ... ich kann mir denken, daß Sie da was bei sich tragen, aber ich glaube, ich bin beträchtlich stärker als Sie. Ich verdresche Sie unbarmherzig, wenn Sie nicht sofort die Hand wieder nach vorn nehmen. So! Und nun beantworten Sie mir gefälligst die Frage: Was haben Sie eigentlich davon, daß Sie mich bis Berlin begleiten, indessen Frau Ursula Blazitschek mit Herrn Burdeyko die gefälschten russischen Briefe in meinen Schreibtisch praktiziert? Ich habe Ihnen persönlich doch nie 'was getan?«